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Vom Bauerndorf zum Ort in Toplage

Seelze Vom Bauerndorf zum Ort in Toplage

Velber hat sich gemacht: Das ehemalige Bauerndorf ist heute ein begehrtes Ziel für junge Familien, die in die Nähe von Hannover ziehen wollen. Ortsbürgermeister Erhard Klein sieht diesen Generationswechsel als wichtigste Herausforderung an. Deshalb sucht er das Gespräch mit den Bürgern.

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Erhard Klein interessiert sich für Velbers neue Einwohner. Die syrische Familie trifft er am Brunnen.

Quelle: Patricia Chadde

Velber. Ortsbürgermeister Erhard Klein ist ein aufmerksamer Mensch. Während des Spaziergangs durch seinen Wohnort strebt er zur historischen Mitte der Siedlung und entdeckt auf den ersten Blick einen kleinen Schaden am Maibaum. "Den Stamm haben wir während der Expo geschenkt bekommen, mussten ihn schon einmal kürzen", berichtet er. Während Velbers Ortsbürgermeister (SPD) noch einen wohlwollenden Blick in den Bibelgarten der Kapellengemeinde wirft, kommt ihm eine junge Familie entgegen und wird von ihm sofort  angesprochen: "Sie sind neu hier, richtig?" Einige Minuten später haben die Familie aus Syrien Infotafel und Dorfbrunnen kennengelernt und sind zu einer Ausstellung im Gemeindehaus eingeladen.

Bereits die ersten Meter des Ortsspaziergangs liefern die Erklärung, weshalb Erhard Klein in seinem Wohnort so geschätzt wird. Einerseits gilt er als strukturierter Denker, der sich nicht scheut Klartext zu reden. Doch zugleich ist der bürgernahe Politiker mit einer verständnisvollen und zugänglichen Art gesegnet, die ihm den Dialog leicht macht.

Velber profitiert von Nähe zu Hannover

Velber, ehemaliges Bauerndorf mit ursprünglich 500 Einwohner, profitiert von seiner Nähe zur Landeshauptstadt, in die auch Erhard Klein fuhr, als er noch als Verkehrsplaner arbeitete. Inzwischen ist der 68-Jährige pensioniert, konnte sich aber die Leidenschaft für Planung erhalten. Das fällt beim Rundgang durch Velber auf, denn der Ortsbürgermeister hat die landwirtschaftlich geprägte Vergangenheit ebenso wie die gegenwärtige, finanzstarke Ortschaft mit ihren rund 2000 Einwohnern im Blick.

"Ich finde es gut, dass wir jetzt einen attraktiven Nahversorger haben und mit dem neuen Baugebiet auch den Bevölkerungsschwund erfolgreich auffangen", erklärt Klein. Velber, in früheren Zeiten oft übersehen, hat sich zur Toplage für Wohnungssuchende entwickelt. "Auf dem freien Markt ist hier kaum was zu kriegen. Jeder kennt interessierte Nachmieter oder Käufer", so Klein. Ein Grund, weshalb der Bauträger des neuen Baugebiets von jedem Kaufwilligen 1500 Euro Pfand nahm, als Beleg der ernst gemeinten Kaufabsicht.

Mit dem Fahrrad durch die Alpen

Müll entdeckt Erhard Klein während des Ortsspaziergangs keinen. Für Notfälle hält er eine Plastiktüte parat. "Der Förderkreis 'Schönes Velber' lädt zweimal jährlich zum gemeinsamen Pflanzen und Pflegen ein", freut er sich über die zupackende Gemeinschaft. Den familieneigenen Reihenhausgarten pflegt dagegen seine Frau Ingvelde (64), und darüber ist Erhard Klein von Herzen froh. Denn Gartenarbeit zählt zu den wenigen Bereichen, die ihm so gar keinen Spaß bereiten. Dafür fährt Velbers Ortsbürgermeister gern Rennrad und überwindet selbst Alpenpässe mit dem schwarzen Carbonflitzer, der seinen Namenszug trägt.

Die große gesellschaftliche Herausforderung des Ortes sieht Erhard Klein im erfolgreichen Generationswechsel. "Die älteren Dorfbewohner bleiben, die jungen Leuten ziehen weg", beschreibt er das Dilemma. Er möchte Velber für junge Leute und Familien attraktiv halten. Bei Tochter Manja (47) hat es schon geklappt. Sie ist mit ihren Kindern ins Dorf ihrer Kindheit zurückgezogen und fühlt sich wohl.

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Von PATRICIA CHADDE

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