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Pfarrer arbeitet aus Freude

Letter Pfarrer arbeitet aus Freude

„Genug habe ich nie“, sagt Pfarrer Clemens Siewek - und meint damit seinen Auftrag als Seelsorger und Christ. Offiziell bereits seit 2001 im Ruhestand, arbeitet er wie ein hauptamtlicher Geistlicher weiter. Am Sonnabend, 17. Oktober, wird er 85 Jahre alt.

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Ruhestand ist kein Thema: Pfarrer Clemens Siewek feiert morgen seinen 85. Geburtstag und ist weiter als Seelsorger im Einsatz.

Quelle: Thomas Tschörner

Seelze. Oft genug sind es bis zu vier Gottesdienste mit Predigt an einem Wochenende, die Siewek vertretungsweise betreut. Auch wochentags ist der katholische Pfarrer im Einsatz, der morgen seinen 85. Geburtstag feiert. „Weil es mir Freude macht“, sagt er über seine Motivation. Zwingen könne ihn keiner, aber er freue sich einfach auf die nächste Heilige Messe. Er sei mit seinem Beruf noch genauso verbunden wie am ersten Tag, sagt Siewek, der im Dezember 1957 zum Priester geweiht wurde.

Der Geistliche arbeitete als Kaplan und leitete ein Internat, bevor er 1976 als Gemeindepfarrer nach Letter kam - eine Aufgabe, die er 26 Jahre wahrnahm. „Ich habe während dieser Zeit sehr gern am Gymnasium unterrichtet - je höher die Klasse, desto lieber.“

Sein goldenes Priesterjubiläum konnte der aus Breslau stammende Siewek im Jahr 2007 feiern. Da war er bereits im Ruhestand, wenn auch nur auf dem Papier. Denn der Geistliche hat weiterhin gearbeitet. Immer wenn es Anfragen für eine Vertretung gab, sprang er ein. „Ich bin jederzeit, wenn ich nicht gerade auf Reisen bin, bereit für seelsorgerische Tätigkeiten.“ Sein Einsatzgebiet umfasst vor allem den Großraum Hannover, reicht aber auch bis Wolfsburg, Helmstedt und ins Eichsfeld. Im vergangenen Jahr leistete der Letteraner im Bistum Hildesheim rund 170 Vertretungen.

Zusätzlich übernimmt er seit 43 Jahren geistliche Reiseleiterbegleitungen für das Bayerische Pilgerbüro, die ihn in vier Kontinente führten. Allein 71-mal war er in Rom, 70-mal in Lourdes und 42-mal im Heiligen Land. Seit drei Jahren hat Siewek zusätzlich noch die Pilgerseelsorge für jährlich drei bis vier Wochen in Lourdes und Santiago de Compostela im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz übernommen.

Unterstützt wird er nach wie vor von der Pfarramtssekretärin Ursula Eckert, die akribisch seinen Terminkalender führt und den Haushalt schmeißt, obwohl sie eigentlich ebenfalls im Ruhestand ist. „Es ist ein Geschenk, Christ sein zu dürfen“, sagt der deutlich jünger als fast 85 Jahre wirkende Geistliche, der seit zehn Jahren ein bekennender Computerfan ist und seit vergangenem Jahr ohne sein iPad nicht auf Reisen geht.

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Von Redakteur Thomas Tschörner

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