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Politik: Keine Entwicklungschance für Seelze

Seelze Politik: Keine Entwicklungschance für Seelze

Die Politiker haben die Vorstellung des geplanten Raumordnungsprogramms der Region genutzt, um ihren Ärger über die beschränkten Entwicklungsmöglichkeiten von Seelze loszuwerden. 

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Die Geschäfte in Seelze dürfen lediglich den Grundbedarf der Bürger abdecken.

Quelle: Hönemann

Seelze. Kritik äußerten sie vor allem an der Verkehrsinfrastruktur und daran, dass die Stadt nach wie vor ein Grundzentrum für die Nahversorgung bleibt.

„Die Folgen des Programms für Seelze sind verheerend“, sagte Evelyn Werner, Sprecherin der Grünen-Fraktion im Seelzer Rat, am Donnerstag im Forum der Geschwister-Scholl-Schule. Die Stadt sei eingekeilt zwischen Garbsen und Hannover. „Das tut der Entwicklung, der Finanzen und den Bürgern nicht gut.“ Auch ihr Fraktionskollege Ralf Marter machte seinem Unmut Luft: „Wir werden von den anderen Gemeinden unterdrückt. Wir fühlen uns vernachlässigt, Hannover wird bevorzugt.“ Seelze könne strampeln wie es wolle. Es werde Milch niemals in Butter verwandeln.

Die Grünen und die anderen Parteien im Rat ärgern sich vor allem darüber, dass Seelze nur Geschäfte haben darf, die die Grundversorgung der Bürger decken. Schon bei der Ansiedlung eines Baumarkts würde es schwierig werden. Die Politik wünscht sich dagegen, dass Seelze zu einem Mittelzentrum mit weiteren Entwicklungsmöglichkeiten hochgestuft wird oder gleich mit Garbsen, Seelze, Barsinghausen und anderen Kommunen zu einem Mittelzentrum erklärt wird. „Wo und wie haben wir eine Chance, zu bestehen“, fragte Marter die Leiterin des Fachbereichs Planung und Raumordnung der Region Hannover, Sonja Breuning.

Diese musste weitgehend passen. Breuning verwies darauf, dass die Einstufung nicht Sache der Region sei, sondern des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums. „Die Entwicklung einer vitalen Innenstadt nimmt Ihnen aber niemand“, sagte Breuning.

Die Seelzer Stadtverwaltung hatte zuletzt 2012 einen Anlauf genommen, zum Mittelzentrum zu werden. Für einen neuen Vorstoß sieht sie derzeit jedoch keine Chance. Breuning dämpfte auch Erwartungen, dass ein Mittelzentrum die Stadt großartig voranbringen würde. „Die Mittelzentren sind ausgereizt“, sagte sie. Die Innenstädte fielen leer, Geschäfte gäben wegen des Konkurrenzdrucks auf. „Ich sehe keinen Spielraum für einen Baumarkt. Er würde sich nicht tragen.“

SPD-Ratsherr Heiner Aller reagierte verärgert auf die Äußerungen Breunings und konterte: „Wenn Sie so argumentieren, brauchen wir Politiker nicht über das Programm zu beraten.“ Ihn ärgerte vor allem, dass die als Leinesprung bekannte Verbindung zwischen Letter und Ahlem zur Bundesstraße 6 nicht mehr im Programm enthalten ist. Seelze verspricht sich davon eine Entlastung Letters vom Durchgangsverkehr. „Die Stöckener Straße ist eine hochbelastete Straße mit einer miserablen Ampelschaltung an der Klappenburgbrücke“, kritisierte Ralf Marter. „Aber die Stadt Hannover interessiert das nicht.“ Komme es auf der Autobahn zu Staus, weiche der Verkehr auch auf die Bundesstraße 441 aus und rolle damit durch Seelze.

Breuning versicherte, dass die Regionsverwaltung den Leinesprung durchaus wolle und für sinnvoll erachte. Allerdings habe die rot-grüne Mehrheit in der Regionsversammlung die Querung gestrichen. „Sie müssen sich Bündnispartner suchen, damit sie wieder ins Programm aufgenommen wird“, riet sie den Seelzern.

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Von Redakteur Treeske Hönemann

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