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Politiker streiten über Standort für Schule

Seelze Politiker streiten über Standort für Schule

Seelze-Süd oder Harenberg? Auf eine dieser beiden Optionen läuft es beim geplanten Neubau einer Grundschule in Seelze hinaus. SPD und Grüne haben sich im Ausschuss für Bildung und Freizeit erneut für Seelze-Süd ausgesprochen. CDU, FDP und die Stadtverwaltung favorisieren Harenberg als Standort.

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Wohin mit der Grundschule? Im Ausschuss für Bildung und Freizeit haben die Politiker ihre Argumente für Seelze-Süd beziehungsweise Harenberg ausgetauscht.

Quelle: Gerko Naumann

Seelze. Grundsätzlich sind alle Fraktionen dafür, dass aufgrund steigender Schülerzahlen die sogenannte Südschule gebaut werden muss. In der Diskussion über den Standort sind sich die Politiker der verschiedenen Fraktionen aber alles andere als einig. Das hat sich auch nach einer langen und teils hitzigen Diskussion im Fachausschuss nicht geändert.

In der Sitzung hat sich Bürgermeister Detlef Schallhorn erneut für Harenberg ausgesprochen. Die Fläche dort sei schon aus finanziellen Gründen am besten geeignet, weil die Grundstückspreise niedriger seien. Der Ankauf von etwa 13.000 Quadratmetern am westlichen Ortsrand würde rund 650.000 Euro kosten, denen Erlöse durch den Verkauf von rund 12.000 Quadratmeter, der Stadt gehörenden Baulandes in Seelze-Süd (1,8 Millionen Euro) und 5000 Quadratmeter in Harenbergs Ortskern (eine Million Euro) gegenüber stünden.

Im Namen der CDU-Fraktion sagte Petra Cordes, dass die südlichen Stadtteile insgesamt in der Vergangenheit oft zu kurz gekommen seien. Schon deshalb sei es sinnvoll, einen Ort wie Harenberg zu stärken und nicht etwa Seelze-Süd, das zur Kernstadt gehört. "Ich würde mir wünschen, dass der Rat sich endlich entschließt, in die südlichen Stadtteile zu investieren", sagte Cordes. Aus diesen Ortsteilen kamen offenbar viele Zuhörer im Forum der Geschwister-Scholl-Schule, denn sie spendeten für diese Worte kräftigen Applaus.

Harald Scupin vom Bürgerforum sagte, dass für seine Fraktion die Kostenfrage entscheidend sei. "Wir vertrauen deshalb dem Vorschlag der Verwaltung", sagte er. Ähnlich sah es Harald Temmler von der FDP, der sich für Harenberg aussprach, um "der Stadt nicht finanziell zu schaden".

SPD und Grüne sind für Seelze-Süd

Aus Sicht der SPD brachte Johannes Seifert die Argumente für den Neubau in Seelze-Süd vor. Darüber hinaus will die Partei die bisherige Grundschule in Harenberg erhalten. Im Gegensatz zu dem betreffenden Bauland in Harenberg sei die Fläche in Seelze-Süd bereits im Besitz der Stadt, sagte Seifert. Zudem müssten täglich etwa 210 Kinder aus Seelze-Süd nach Harenberg zur Schule gebracht werden. In die entgegengesetzte Richtung seien es weniger. "Der Bedarf in Seelze-Süd ist einfach am größten", sagte Seifert.

Das findet auch Frank Joosten von den Grünen. Er versicherte, dass seine Fraktion unabhängig von der SPD zu dem Ergebnis gekommen sei, dass Seelze-Süd der geeignete Ort für eine neue Grundschule wäre. Es sei nur fair, wenn die Bewohner eine bessere Infrastruktur bekommen. "Sonst bleibt der Bereich nur eine Ansammlung von Häusern", sagte Joosten. Er finde es traurig, dass die CDU bei ihrer Planung nur aufs Geld schaue. "Hier geht es um eine Entscheidung, die die Stadt lange pädagogisch prägen wird", sagte er.

Aber was wollen eigentlich die Eltern? Die sind zwiegespalten, sagte Betty Ahrens. Die Rektorin der Brüder-Grimm-Grundschule hat mit vielen Müttern und Vätern gesprochen und schlug eine offizielle Elternbefragung vor. Sie räumte ein, dass sie froh sei, nicht über die komplizierte Standortfrage für die neue Schule entscheiden zu müssen.

Das letzte Wort hat nun der Rat der Stadt Seelze. Eine Entscheidung soll voraussichtlich bereits bei dessen nächster Sitzung am 23. Februar fallen.

Gymnasiasten protestieren für Anbau

Platzprobleme kennen auch die Schüler des Georg-Büchner-Gymnasiums. Sie hatten Plakate gestaltet, um vor den Seelzer Schulpolitikern ihren Protest gegen das Lernen in provisorischen Containern auszudrücken. Sie sprachen sich - auch wegen voraussichtlich steigender Schülerzahlen - für einen Anbau aus. Auch die Verwaltung sehe den Bedarf für neue Räume, sagte der zuständige Seelzer Fachbereichsleiter Kay-Uwe Kiene. Die Entscheidung darüber hänge aber unter anderem von den Anmeldezahlen für die geplante IGS ab. Anschließend werde die Politik eine Entscheidung fällen.

Von Gerko Naumann

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