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Qualle entdeckt Fördertopf

Letter Qualle entdeckt Fördertopf

Der Vorstand des Betreibervereins Die Qualle lässt nichts unversucht, um das Hallenbad in Letter zu retten. Die Stadt könnte ein Bundesprogramm nutzen, sagt der Vorsitzende Achim Golinski. Die Verwaltung will den Vorschlag prüfen.

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Das Unternehmen Eon Avacon hat das Hallenbad Qualle in Letter thermografisch auf Wärmeverluste untersucht.

Quelle: Kühn

Letter. In ihrer Sparliste für den Haushalt 2016 hatte die Stadtverwaltung unter anderem auch die Schließung des Hallenbades in Letter vorgeschlagen. Die Stadt könnte so den jährlichen Zuschuss von rund 115.000 Euro, vor allem aber anstehende Sanierungskosten in Millionenhöhe einsparen, hatte die Verwaltung argumentiert. Gegen die Schließung haben bereits zahlreiche Bürger und Nutzer des Bades protestiert. Seit Bekanntwerden der Sparpläne kämpft auch der Vorstand des Betreibervereins Die Qualle für den Erhalt des Bades. „Inzwischen übernimmt der Verein auch Aufgaben der Stadtverwaltung“, sagt der Vorsitzende Achim Golinski. Bei der Suche nach Unterstützungsmöglichkeiten im Internet sei der Verein auf das Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur gestoßen, das es seit Anfang Oktober gibt. Für die Förderung investiver Projekte mit besonderer, auch überregionaler Bedeutung, und mit sehr hoher Qualität im Hinblick auf ihre Wirkungen für die soziale Integration in der Kommune und die Stadt(teil)entwicklungspolitik stünden 100 Millionen Euro zur Verfügung. „Gerade das Vorgenannte trifft für das Bad in Letter zu, da Schüler aus mehreren Ortsteilen und viele umliegende Vereine Nutznießer sind.“ Kommunen in Haushaltsnotlage werden bei der Sanierung mit 90 Prozent der Kosten vom Bund unterstützt. „Ein großes Problem wird die kurze Antragsfrist sein“, räumt Golinski ein. Denn bis Ende Oktober müssen die Kommunen ihre Teilnahme beim zuständigen Landesministerium anzeigen und bis Mitte November den Antrag beim Bund einreichen. Die Verwaltung lasse gerade intern vorprüfen, ob das Förderprogramm infrage komme, da die Hürden für die zu fördernden Projekte sehr hoch seien, sagte Stadtsprecherin Martina Krapp. Krapp verweist auf das Ende Oktober vorliegende Gutachten zum Bad. Dann werde feststehen, wo die Probleme bei der Sanierung der Schwimmhalle liegen. „Anschließend können wir dann bezüglich der Inanspruchnahme des Förderprogramms konkret festlegen, wie wir weiter verfahren werden.“

Für den Erhalt des Hallenbades Die Qualle in Letter haben sich jetzt auch der Seniorenrat Stadt Seelze und der Verein Letter-fit: Miteinander-Füreinander ausgesprochen. Eine Schließung würde zum Verlust von Lebensqualität in der ganzen Stadt führen, das Ehrenamt mit Füßen getreten, meinen sie.

„Die Bürger haben gemerkt, dass das Hallenbad Qualle ein Seelzer Bad ist, und nicht nur eins für Letter“, sagt Werner Blanke, stellvertretender Vorsitzender des Seniorenrates. Bei einer Schließung drohe deshalb die Lebensqualität in der gesamten Stadt in den Keller zu gehen, meint der Vorsitzende Hans Werner Weiss. Der Seniorenrat plädiere für den Erhalt des Bades, das von vielen älteren Menschen genutzt werde. So seien etwa die Wassergymnastikkurse stets ausgebucht. Der Seniorenrat unterstütze deshalb auch die Unterschriftensammlung, die sich gegen die Schließung des Bades wendet.

Petra Scholl, Vorsitzende des Letter-fit-Vereins, hält die Sparrechnungen der Stadtverwaltung zumindest für unvollständig. Der Einsparung von 115.000 Euro als Zuschuss zu den Betriebskosten müssten die entstehenden Mehrausgaben für den Transport der Schüler zu anderen Schwimmhallen und den dort zu zahlenden Nutzungsgebühren gegenüber gestellt werden. Auch die Kosten für den Gebäudeerhalt als Teil des Schulgebäudes oder die Kosten für Umbau- und Abrissarbeiten müssten in die Rechnung einfließen, fordert Scholl. Das Schwimmbad werde seit Jahren ehrenamtlich geführt. „Durch die Schließung wird das Ehrenamt mit Füßen getreten.“

Scholl bezweifelt auch die Kosten für anstehende Sanierungsmaßnahmen in Millionenhöhe. Diese seien Wunschdenken der Stadt und durch nichts belegt. In der Vergangenheit habe die Verwaltung bereits mit astronomischen Zahlen für die Dachsanierung der Qualle argumentiert und sei durch die tatkräftige Unterstützung örtlicher Handwerker, Bürger und des Vereins Qualle widerlegt worden.

Von Thomas Tschörner

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Von Redakteur Thomas Tschörner

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