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Klischees sollten aufgebrochen werden

Seelze Klischees sollten aufgebrochen werden

"Es wäre schön, wenn es in der Feuerwehr mehr Mitglieder mit Migrationshintergrund gäbe", findet Rami Boughattas. Der 23-Jährige mit tunesischen Wurzeln setzt sich für die Integration von Flüchtlingen ein. Außerdem ist er in der Feuerwehr stellvertretender Jugendwart und Atemschutzgeräteträger.

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Rami Boughattas ist eine wichtige Stütze für die Feuerwehr und für die Flüchtlinge in Lohnde.

Quelle: Rebecca Hürter

Lohnde. Einige der Flüchtlinge in Lohnde haben nach Angaben von Boughattas großes Interesse an der Arbeit der Feuerwehrleute. Häufig werde die Feuerwehr jedoch bloß als deutsches Traditionsunternehmen betrachtet und von beiden Seiten gäbe es Berührungsängste. Manchmal fehle noch die Flexibilität, sich aufeinander einzustellen. Boughattas setzt sich dafür ein, dass verbreitete Klischees aufgebrochen werden: Es gehe bei der Feuerwehr längst nicht nur ums Biertrinken und Menschen aus anderen Ländern seien willkommen.

Seit 1998 wohnt Boughattas mit seinen Eltern und seinem heute 21-jährigen Bruder Hakim in Lohnde. Mit zehn Jahren ist er der Feuerwehr beigetreten. Für Boughattas bedeutet die Feuerwehr vor allem Kameradschaft: "Auf meine Kameraden kann ich mich immer verlassen und wir begegnen uns mit Respekt", sagt Boughattas. Zudem kann er in der Feuerwehr seinem Interesse an Technik nachgehen. Seit 2014 macht Boughattas eine Ausbilung als Fertigungsmechaniker. Danach möchte er seine Kenntnisse durch ein duales Studium im Bereich Maschinenbau vertiefen.

Als Atemschutzgeräteträger hat Boughattas eine große Verantwortung bei Einsätzen der Feuerwehr. Gemeinsam mit Jugendwartin Vanessa Swiatek ist er außerdem für die Jugendarbeit zuständig: Ausflüge, sportliche Spiele sowie praktische und theoretische Übungen rund um das Thema Feuerwehr werden unter anderem organisiert.

Neben seinem Einsatz für die Feuerwehr verbringt Boughattas viel Zeit mit den etwa 30 Menschen, die im ehemaligen Getränkemarkt in Lohnde untergekommen sind. Durch seine Kenntnisse der arabischen Sprache fällt es Boughattas leicht, die syrischen Flüchtlinge zu unterstützen. Er hilft beim Deutschlernen, übersetzt Dokumente und möchte ein Angebot für junge Erwachsene schaffen.

Gemeinsam mit Ortsbrandmeister Dominik Ruhland stellt Boughattas zudem Überlegungen an, wie die Feuerwehr zur Integration beitragen kann. Die Flüchtlinge wurden sehr herzlich willkommen geheißen und waren beispielsweise kurz nach ihrer Ankunft beim Osterfeuer dabei. Boughattas möchte, dass noch mehr Kontakte zwischen den Kulturen entstehen und die Ängste vor dem Unbekannten dadurch abgebaut werden. "Eine größere Offenheit und mehr Toleranz wären in der ganzen Gesellschaft schön", meint er.

Von Rebecca Hürter

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