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Rampe sorgt für Entlastung auf enger Brücke

Seelze Rampe sorgt für Entlastung auf enger Brücke

Die Hafen Seelze GmbH, die in Lohnde eine Mineralstoffindustrie ansiedeln will, sieht die Zufahrt zu ihrem Gelände an der Hafenstraße als deutliche Verbesserung. Denn mit der breiten Rampe hätten Fahrer eine Ausweichmöglichkeit, falls es auf der schmalen Kanalbrücke Fahrzeuge entgegen kommen.

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Verbesserung für Lohnde: Die Rampe, die zum Gelände der Mineralstoffindustrie führt, kann auch als Ausweichplatz bei Gegenverkehr auf der Brücke genutzt werden. Im Hintergrund Investor Harald Wild (links) und Planer Andreas Waag.

Quelle: Thomas Tschörner

Lohnde. Von der Bundesstraße 441 aus gesehen, führt unmittelbar hinter der Kanalbrücke Hafenstraße die neu gebaute Rampe zum Gelände der geplanten Mineralstoffindustrie. "Lastwagen müssen also erst gar nicht durch Lohnde fahren, aber das haben wir von Anfang an gesagt", sagt Investor Harald Wild von der Hafen Seelze GmbH. Die Rampe sei zudem direkt an der Hafenstraße bewusst breit gebaut, ergänzt Planer Andreas Waag. "Die Lastwagenfahrer können sehen, ob ein anderes Fahrzeug über die Brücke kommt." Bei Bedarf können sie dann auf der Rampe einfach warten.

"Wir schaffen eine Verbesserung der Situation", betont Wild. Denn die Ausweichfläche könne von jedem Fahrer genutzt werden, etwa um ein die Brücke passierendes landwirtschaftliches Fahrzeug vorbei zu lassen. In der Vergangenheit sei es immer wieder vorgekommen, dass Autos ein Stück rückwärts fahren mussten, wenn es kein Vorbeikommen an großen Fahrzeugen gab.

Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren für die Mineralstoffindustrie beim Gewerbeaufsichtsamt Hannover, nachdem der Rat der Stadt Seelze bereits grünes Licht gegeben hatte. In Lohnde selbst sehen das Projekt einige Bürger kritisch und befürchten eine höhere Verkehrsbelastung, mehr Lärm und Schmutz sowie möglicherweise gefährliche Stoffe.

Die Rampe sei der beste Beweis, dass kein Verkehr durch den Ort fließen werde, sagt Wild. Vorgesehen sei zudem, eine Anlegestelle für Binnenschiffe zu schaffen und somit Verkehr von der Straße zu holen. Nach wie vor gilt der Transport per Schiff als besonders umweltfreundlich. "Das belastet das Dorf nicht", sagt Wild. Auch das Lärmargument sei wenig stichhaltig, ergänzt Waag. "Das lärmende Element hier ist die Bundesbahn", verweist er auf die Bahnlinie zwischen der geplanten Mineralstoffindustrie und dem Ort. Im weitesten Sinne würden Bodenabfälle und Bauschutt in Lohnde verarbeitet. Bereits Mutterboden gelte nach den gesetzlichen Bestimmungen als Abfall. "Schon von Straßenaufbruch aus dem Stadtgebiet kann es sich um Asphalt handeln, der als gefährlich einzustufen ist", sagt Waag. "Das wird ein ganz normaler Betrieb, wir bewegen uns im rechtlichen Rahmen", stellt Wild klar. Waag spricht von einem Vorzeigebetrieb, in den etwa 3 Millionen Euro investiert würden. Geschaffen würden zehn bis 15 Arbeitsplätze. Die Fläche sei planungsrechtlich als Industriegebiet ausgewiesen.

Wild, dessen Vater den Betrieb vor gut 40 Jahren in Seelze angesiedelt hat, hätte sich mehr Unterstützung gewünscht. "Wir machen hier etwas für die Stadt."

Stadt: Verfahrensverlauf ist nicht unüblich: Die bisherigen Verzögerungen bei der Ansiedlung der Mineralstoffindustrie sind nach Einschätzung der Verwaltung dem komplexen Genehmigungsverfahren geschuldet. Dies geht aus einer Antwort der Stadt an den SPD-Ratsherren Wilfried Nickel hervor, der auch Lohndes Ortsbürgermeister ist. Die Realisierungsfrist bis zum 19. August sei nicht einzuhalten, erklärt Bürgermeister Detlef Schallhorn. "Eine Vertragsverletzung resultiert daraus allerdings nicht." Eine von Nickel angefragte Rückabwicklung des Vertrages käme ebenfalls nicht in Betracht. Schallhorn verweist auf auf bereits getätigte Investitionen der Hafen Seelze GmbH. Auch eine bewusste Verzögerung oder grobe Fahrlässigkeit  des Investors sei nicht nachweisbar. Zudem verweist Schallhorn auf gültige Ratsbeschlüsse über den Bebauungsplan hin.

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Die Rampe führt auf das Gelände der Mineralstoffindustrie, deren Planung noch nicht abgeschlossen ist.

Quelle: Thomas Tschörner

Von Thomas Tschörner

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