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Kreimeyer macht Döteberg fit für die Zukunft

Seelze Kreimeyer macht Döteberg fit für die Zukunft

Robert Kreimeyer ist in Döteberg geboren, gelernter Landwirt und studierter Jurist. Heute ist der 68-Jährige Ortsvorsteher und möchte das Dorf mit seinen 350 Einwohnern fit machen für die Zukunft. Dazu fehlt unter anderem schnelles Internet.

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Dötebergs Ortsvorsteher hat ein Händchen für die Menschen im Ort ebenso wie für die Bienenvölker in seinem Garten.

Quelle: Patricia Chadde

Döteberg. Ein Blick auf den Giebel seines Fachwerkhauses zeigt: die Familie von Dötebergs Ortsvorsteher Robert Kreimeyer ist hier mindestens seit 1866 ansässig. "Doch Ahnenforschung interessiert mich nicht so", berichtet der 68-Jährige beim Ortsrundgang. Viel wichtiger sind ihm die Ansichten und Wünsche der Döteberger, um die dörfliche Gegenwart zukunftsträchtig gestalten zu können. Auf dem Weg zum Dorfgemeinschaftshaus, dem gesellschaftlichen Treffpunkt der 350 Einwohner, trifft Kreimeyer auf Egon Geldkötter. Der betreut die Neuverlegung der örtlichen Wasserleitungen im Auftrag von Enercity. "Der Winter hat uns ganz schön aufgehalten", berichtet Geldkötter. Bis zum Sauberkeitstag am 1. April werden zwar noch Baken und Container das Dorfbild prägen, doch im Laufe des Monats soll die Baustelle aufgelöst werden.

Kreimeyer Großvater holte sein Wasser noch aus dem Kanal und transportierte mithilfe von Fässern in das höher gelegene Dorf. Inzwischen beziehen die Döteberger ihr Trinkwasser aus der neuen Leitung. Im Prinzip sind sie mittels Glasfasernetz, welches zwischen Harenberg und Almhorst auch durch Döteberg verläuft, an schnelles Internet angeschlossen. Doch es hakt, "wahrscheinlich aufgrund alter Verträge", so Kreimeyers Mutmaßung. Als pensionierter Amtsrichter ist er mit der Verwaltungssprache vertraut und mit der Stadtverwaltung in engem Kontakt, damit auch Dötebergern ein schnelles Internet zur Verfügung steht.

Per E-Mail fragt er die Meinung ab

"Für meine Zwecke reicht es ja", berichtet der Ortsvorsteher, der schon die Hälfte der Döteberger E-Mail-Adressen hat, um nach persönlichen Einschätzungen über Grundschulstandort, Südlink oder Bahntrassenausbau zu befragen. "Es wäre super, wenn ich die anderen 50 Prozent auch noch erhalten würde", bittet der Ortsvorsteher um Rückmeldung.

Die familiäre Stimmung des Ortes gefällt ihm. "Hier gibt es Konflikte, wie überall. Aber ich denke, dass sie hier auch schnell wieder ausgeräumt werden". Das ist Kreimeyer schön während seiner beruflichen Tätigkeit als Amtsrichter ein Anliegen gewesen: lieber Streit schlichten als verurteilen. Bevor der Döteberger zum Jura-Studium nach Osnabrück ging, lernte er Landwirt. Die 40 Kilometer zum Springer Lehrhof im Ortsteil Hüpede radelte er, erst spät folgte ein Moped. "Damals musste man nur zusehen, dass man lebend über die Bundesstraße kam" erinnert er sich. Doch je nachdem, wo die neue Grundschule Süd ihren Platz finden wird, seien Radwege erforderlich. "Richtung Harenberg gibt es schon einen", so Kreimeyer, der weiß, dass die meisten Döteberger Eltern den Osten bevorzugen würden. "Einmal aus Sentimentalität, weil sie selbst dort zur Schule gingen. Aber auch weil sie nach zur Arbeit nach Hannover fahren und ihre Kinder gleich mitnehmen könnten".

So tickt Döteberg

Die Infrastruktur machen sich die Döteberger mit ihrer engagierten Vereinskultur selbst. Die Freiwillige Feuerwehr ist für Seelzes Tierrettung verantwortlich und fängt Chamäleon ebenso sachkundig wie Schlange oder Hund. Auch manches Wildtier rettete die Döteberger Mannschaft aus dem Kanal.

Die Schützen treffen sich im örtlichen Landgasthaus, das mit deutscher Küche aufwartet. Während das Dorfgemeinschaftshaus als Turnhalle und Treffpunkt das selbst verwaltete Veranstaltungszentrum ist.

Friseur, Arzt oder Lebensmittelgeschäft gibt es in Döteberg nicht, aber dank Friedlinde Volker sommerliche Schnittblumen und Tannenbäumen.
Wurden Döteberger zu Beginn des letzten Jahrhunderts noch in Seelze beerdigt, bekamen sie in den Zwanzigerjahren einen eigenen Friedhof im Ort und durften Verstorbene umbetten. Der eine oder andere Grabstein, der sich bis heute in Privatgärten findet, erinnert daran. Stieg Dötebergs Einwohnerzahl in den Nachkriegsjahren auf 700 Menschen an, pendelte sie sich die Bewohnerzahl seit dem Jahr 2000 auf 350 ein.cha

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Von PATRICIA CHADDE

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