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Polizei will mehr Präsenz am Krug zeigen

Seelze Polizei will mehr Präsenz am Krug zeigen

Immer wieder haben sich Anwohner über Verschmutzung und Beschädigungen vor dem Alten Krug mitten im Zentrum beschwert. Die Verwaltung hat Anlieger, Polizei und einige Jugendliche zum runden Tisch eingeladen. Ein Lösungsansatz: Mehr Polizei.

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Der Platz mit den Bänken vor dem Alten Krug ist ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche.

Quelle: Treeske Hönemann

Seelze. Sowohl bei der Polizei als auch bei der Verwaltung mehren sich seit geraumer Zeit Beschwerden über Jugendliche, die den Platz vor dem Alten Krug als bevorzugten Aufenthaltsort für sich entdeckt haben. Oftmals bleibt es bei ihren Treffen aber nicht bei der bloßen Unterhaltung.

Mit Lärm, Fußball spielen und dem Belästigen von Passanten haben sie sich den Unmut der Anwohner zugezogen. Nach Zeugenberichten sollen Jugendliche auch an Gebäudeecken urinieren. Im April drückten Unbekannte die Schaufensterscheibe des Schreibwarengeschäfts Petri&Waller ein, kurze Zeit später rissen Unbekannte Zaunlatten am Spielplatz hinter dem Alten Krug ab. Ob bei diesen beiden Vorfällen ein Zusammenhang mit den Jugendgruppen besteht, kann nur spekuliert werden. Beweise gibt es nicht.

Wirtschaftsförderin Katja Volkhardt hat ein Treffen initiiert, zu dem sie neben Anwohnern auch die Polizei, die beiden mobilen Jugendpfleger Arthur Mattheis und Ferhat Demirel und einige Jugendliche sowie weitere Mitarbeiter aus dem Rathaus eingeladen hatte.

Die Gruppen halten sich vorwiegend abends und nachts vor dem Alten Krug, im Bürgerpark und im Bereich Beethovenstraße auf. Es handelt sich angeblich nicht nur um junge Seelzer. Die Stadt sucht deshalb jetzt den Kontakt zu den Jugendabteilungen in den Nachbarkommunen.

Die Polizei kündigte an, in Zukunft verstärkt Präsenz zu wollen. "Wir machen das schon seit etwa vier Wochen. Unser Konzept hat sich bewährt", sagt Polizeihauptkommissar Günter Megnisch. Zwei Kollegen seien mit diesen Sonderdiensten beauftragt. "Wenn sich die Situation verschärft, werden wir das Konzept weiterentwickeln", kündigt Megnisch an.

Schwierig dabei sei allerdings, dass die bloße Anwesenheit weder ein Vergehen darstelle noch verboten sei - besonders am Tag. Nachts sei die Situation einfacher. "Wenn wir um 3 Uhr dort Streife fahren und jemanden antreffen, gibt es zumindest einen Anlass, die Personalien zu überprüfen. Um diese Zeit kann keiner mehr behaupten, er warte auf den Bus", erklärte Megnisch. Die Stadt nimmt ihrerseits den Wunsch Jugendlicher nach einem alternativen Aufenthaltsort auf. Sie will Möglichkeiten für andere Treffpunkte suchen.

Der Kommentar

Von Markus Holz

So richtig ernst klingt das alles nicht. Alternativer Treffpunkt, Gespräche mit Nachbarstädten, mehr Polizei. Wenn Seelze das Problem lösen will, hat die Stadt nur zwei Ansatzpunkte: Straftaten und Ordnungswidrigkeiten ahnden. Dazu gehört eine intensivere Ermittlungsarbeit - das ist Aufgabe der Polizei und der Anwohner, die als aussagewillige Zeugen gefordert sind. Allein kann die Polizei das nicht lösen.

Zweiter Ansatz: Sozialarbeiter, die nicht im Verdacht stehen, der lange Arm der Polizei zu sein, müssen mit den Jugendlichen reden und ihnen Alternativen vorschlagen. Sportangebote sind die erste Wahl. Das belegt die erfolgreiche Arbeit von Arthur Mattheis in Seelze und des Projekt X in Garbsen. Runter von der Straße, rein in eine sinnvolle Zeitgestaltung, vor allem rein in die Arbeit an persönlichen Lebensperspektiven. Mit einem alternativen Treffpunkt wird das eigentliche Problem nur verlagert.

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