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Säure-Unfall am Güterbahnhof Seelze

Mann schwer verletzt Säure-Unfall am Güterbahnhof Seelze

Bahnmitarbeiter durch ätzende Flüsssäure schwer verletzt . Honywell-Werksfeuerwehr hilft den Kollegen der Ortswehren.

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Ein Mann wurde am Seelzer Güterbahnhof durch Flusssäure schwer verletzt.

Quelle: Geoffrey May

Seelze. Ein Leck in einem mit gefährlicher Flusssäure beladenem Güterwaggon hat am Sonnabend in Seelze zu einem Großeinsatz der Feuerwehr geführt. Mitarbeiter der Bahn hatten den Schaden an dem Kesselwagen mit 13 Tonnen Fluorwasserstoff in einer Konzentration von 25 Prozent gegen 6.30 Uhr auf dem Gelände des Güter- und Rangierbahnhofs entdeckt. Ein 35-Jähriger offenbar in Kontakt mit der ätzenden Chemikalie und erlitt dabei Verletzungen. Er begab sich zunächst eigenständig ins Nordstadtkrankenhaus. Wegen der Schwere seiner Verätzungen verlegten ihn die Ärzte allerdings von dort in die Medizinische Hochschule.

Am Güterbahnhof Seelze ist am Sonnabendmorgen Flusssäure aus einem Kesselwagen ausgelaufen.

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Der Güterbahnhof, an dem pro Tag durchschnittlich 7500 Waggons umgeschlagen werden, wurde wegen des Feuerwehreinsatzes ab 10.30 Uhr vollständig gesperrt. Der Nah- und der Fernverkehr war von der Maßnahme nicht betroffen. Die Mitarbeiter der Werksfeuerwehr des Unternehmens Honywell unterstützen die Kollegen der Ortswehren. Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes und des ASB organisierten an der Unglücksstelle die Verpflegung der Einsatzkräfte. Zunächst gelang es den Feuerwehrkräften, die trotz der hohen Außentemperaturen sich der Unglücksstelle nur in Schutzanzügen nähren konnten, das Leck abzudichten. Dabei entdeckten sie, dass die Gefahr bestand, das Leck könne sich weiter vergrößern. Sie entschieden sich, die Flüssigkeit in Ersatzbehälter umzupumpen. Währenddessen kontrollierten die Einsatzkräfte regelmäßig die Luft rund um die Einsatzstelle.

Durch genaue Messungen überprüften sie, ob weitere Teile des Gefahrstoffes freigesetzt wurden. Eine Gefährdung der Bevölkerung konnte aber zu jedem Zeitpunkt des Einsatzes ausgeschlossen werden. Gegen 15 Uhr waren die Arbeiten so weit fortgeschritten, dass die ersten Gleise wieder für den Güterverkehr freigegeben werden konnten. Der Feuerwehreinsatz war drei Stunden später beendet.

Wie es zu dem Austritt der Flusssäure kommen konnte, ist bislang unklar. Die weiteren Ermittlungen hat das Eisenbahnbundesamt übernommen. Ersten Vermutungen zufolge, war möglicherweise die innere Beschichtung des Kesselwagens defekt. Flusssäure greift Metalle an. Daher wird das Gefahrgut, nach Auskunft der Feuerwehr, in mit einem speziellen Kunststoff beschichteten Kesselwagen transportiert. Nach Ansicht der Experten ist es in diesem Fall nicht ausgeschlossen, dass die Kunststoffschicht im Waggon beschädigt wurde, so dass die Säure in direkten Kontakt mit der Metallummantelung geriet und so das Leck verursacht worden ist.

Flusssäure wird vor allem in der Produktion von Halbleitern verwendet. Darüberhinaus wird die Chemikalie bei der Veredelung von Benzinen und der Uran-Anreicherung verwendet.

In einigen Zahnpflegeprodukten sind Aminfluoride enthalten, die durch die Reaktion von Aminen und Flusssäure gebildet werden.

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