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Schaustellerei ist eine Lebenseinstellung

Seelze Schaustellerei ist eine Lebenseinstellung

Zwischen Riesenrad, Pizzabude und Schießstand steht die mobile Konditorei Stieg auf dem Festplatz in Hannover. Seit drei Generationen liegt der Schaustellerbetrieb in Familienhand. Katja Stieg aus Lohnde verkauft seit 2001 bei vielen Festen in der Region Schmalzkuchen, Eis und Zuckerwatte.

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Schaustellerin aus Leidenschaft: Katja Stieg verkauft auf dem Schützenfest Hannover Schmalzkuchen, Eis und Zuckerwatte.

Quelle: Rebecca Hürter

Lohnde/Hannover. 1951 haben Ilse und Lorenz Stieg, die Großeltern von Katja Stieg, in Letter den Schaustellerbetrieb eröffnet. Vorher versorgten sie in ihrer Bäckerei in Leer die Kundschaft mit frisch Gebackenem. "Die Familie ist immer in der Bäckerei geblieben", erzählt Katja Stieg. 2001 hat sie das Marktgeschäft von ihren Eltern Karin und Horst Stieg übernommen: "Mir war immer klar, dass ich den Familienbetrieb weiterführen möchte", sagt sie.

Schon als Kind hat Katja Stieg viel Zeit mit ihrer Familie auf Schützenfesten, Stadtfesten und Jahrmärkten verbracht. "Das war schon spannend, Kirmeskinder können Karussel fahren ohne Ende", erinnert sich die 42-Jährige, die bis heute eine leidenschaftliche Karussellfahrerin ist. "Ich gehe gerne privat auf andere Stadtfeste. Es ist schön, wenn ich dann mal vor dem Tresen stehe", erzählt sie.

Sobald sie arbeiten durfte und konnte, hat Katja Stieg angefangen, die Familie zu unterstützen: "Ich habe immer zwischen der Schule und dem elterlichen Betrieb gewechselt. Das war eine anstrengende Zeit, aber als Kind einer Schaustellerfamilie ist das selbstverständlich", sagt sie. Nach ihrem Schulabschluss an der Humboldt-Schule in Seelze ließ sie sich zur Konditorin ausbilden und arbeitete als Gesellin in verschiedenen Betrieben. 1995 kehrte sie in das Familienunternehmen zurück, das seit 1994 sein Firmengelände an der Werfstraße in Lohnde hat.

"Egal ob ich Eis friere oder Schmalzkuchen backe: Ich habe immer Spaß an meiner Arbeit", sagt Stieg. Wer Schausteller werden möchte, müsse sehr flexibel sein und gerne arbeiten. Ob ihr zwölfjähriger Sohn die Tradition fortführen will, ist natürlich noch ungewiss. "Ich hätte auch einen anderen Weg wählen können", erzählt Stieg. Niemand könne zu einem Leben als Schausteller gezwungen werden: "Die Schaustellerei ist eine Lebenseinstellung", sagt sie.

Die Saison beginnt für Katja Stieg mit dem Frühlingsfest in Hannover und endet mit dem Weihnachtsmarkt an der Hannoverschen Marktkirche. Am weitesten fährt sie zum Bremer Freimarkt. Anfang September können die Schmalzkuchen der Konditorei auf dem Letteraner Schützenfest gekauft werden. Nach dem größten Schützenfest der Welt in Hannover ist Stieg direkt nach Celle aufgebrochen, wo die Schützen am kommenden Wochenende feiern.

Schmalzkuchen sind vegan

Immer wieder hat die Konditorei Stieg in den 65 Jahren ihres Bestehens ihr Angebot verändert. Schmalzkuchen gab es jedoch schon immer. "Wir backen heute noch nach dem Originalrezept von meinem Großvater", erzählt Katja Stieg. In dem süßen Hefeteig aus Zucker, Mehl, Salz und Gewürzen sind keine Eier und keine Milch. Früher wurden Schmalzkuchen häufig in Schweinefett gebacken. Heute kommt nur noch Pflanzenfett zum Einsatz.

Seit dem 1. Juli 2016 ist die Konditorei Stieg offizieller Partner des VEBU (Vegetarierbund Deutschland) und hat damit die Lizenz erworben, das Label des Bundes zu tragen. Da es in der heutigen Zeit viele Allergien bei Kindern gibt, fragen die Eltern nach Angaben von Stieg häufig vor dem Kauf nach den Inhaltsstoffen.

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Von Rebecca Hürter

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