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Schüler lassen Philosophisches in die Luft gehen

Letter Schüler lassen Philosophisches in die Luft gehen

250 rote Luftballons haben sich am Montag im Leine-Stadion auf den Weg in den Seelzer Himmel gemacht. Es waren besondere Ballons - trugen sie doch alle am Ende der Schnur einen Zettel, auf dem die Schüler eine philosophische Frage notiert hatten.

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250 rote Luftballons bestückt mit philosophischen Fragen steigen in den Seelzer Himmel auf.

Quelle: Sandra Remmer

Seelze. „Woher kommt die Welt?“ oder „Gibt es noch andere Universen?“ war zum Beispiel darauf zu lesen. „Wir haben sogar schon Antworten zurückgeschickt bekommen“ erzählte Referendarin Madeleine Kramer, die den Philosophie-Projekttag „Rattenscharfes Denken“ in diesem Jahr organisiert hatte.

Bevor die Fünftklässler die roten Ballons in den Himmel steigen ließen, hatten sie sich den ganzen Vormittag selber Gedanken zu philosophischen Fragen gemacht. In Gruppenarbeiten hatten sie unter anderem Collagen zu einem philosophischen Thema gestaltet und Rollenspiele zum Thema Diebstahl praktiziert. Dabei lag es nahe, dass schnell Fragen wie „Was ist Ethik?“ und „Was ist unmoralisch?“ zur Diskussion standen. „Es hat Spaß gemacht und war total lehrreich“, fasste die elfjährige Jenna den philosophischen Vormittag zusammen.

„Philosophie ist noch immer ein Nischenfach, kaum einer kennt es“, sagt Lehrerin Johanna Land. Um den Gymnasiasten schon in der fünften Klasse zu erklären, was Philosophie eigentlich ist und womit sie sich beschäftigt, gibt es am Georg-Büchner-Gymnasium bereits seit mehreren Jahren den Philosophie-Projekttag „Rattenscharfes Denken“.

„Philosophie kann in der zehnten Klasse als Wahlpflichtkurs (WPK) als Alternative zu Werte und Normen oder Religion gewählt werden“, erläutert Land. Zudem könne Philosophie auch als Prüfungsfach im Abitur belegt werden. Mit dem Projekttag solle Werbung für das Fach gemacht und Interesse geweckt werden.

„Inzwischen hat dieser Tag an unserer Schule Tradition, die betreuenden Gruppenleiter aus der Oberstufe haben größtenteils selbst bereits als Fünftklässler an diesem Projekt teilgenommen“, berichtet Referendarin Madeleine Kramer. Tradition hat auch, dass nicht die Lehrer, sondern Oberstufenschüler die Leitung in den Klassen übernehmen und ihre jüngeren Mitschüler einen Vormittag lang in die Geheimnisse der Wissenschaft einweihen, die sich mit der Welt und der menschlichen Existenz beschäftigt.

„Philosophie bedeutet im Unterricht, vor allem zu diskutieren und Fragen zu stellen“, erklärten die Elftklässler ihren jüngeren Zuhörern. Das Fach sei auf jeden Fall eine Alternative zu Religion sowie zu Werte und Normen, über die es sich nachzudenken lohne.

Von Sandra Remmer

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