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Schuldenfrei - aber ohne Hallenbad?

Letter Schuldenfrei - aber ohne Hallenbad?

Die Versuchung liegt nahe: Mit der Stabilisierungshilfe vom Land könnte die Stadt auf einen Schlag schuldenfrei sein. Kehrseite der Medaille ist, dass für deren Erhalt 3 Millionen Euro eingespart werden müssen. Davon am stärksten betroffen wären die Letteraner.

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Das Quallebad soll vielleicht geschlossen werden.

Quelle: Tschörner

Seelze. Kein Hallenbad und kein altes Rathaus mehr, so sieht es der Sparplan vor, den der Erste Stadtrat Karsten Balzer vorgestellt hat. Sowohl die angekündigte Schließung des Quallebads als auch der bedingungslose Verkauf des alten Rathauses haben seither für lebhafte Diskussionen gesorgt.

Nicht nur in der Bevölkerung, auch in den Fraktionen sind Schwimmbad und Rathaus die bestimmenden Gesprächsthemen. „Die Vorstellung, schuldenfrei zu sein, ist attraktiv. Wir dürfen uns die Chance nicht nehmen lassen, zumindest darüber nachzudenken, ob man die erforderlichen drei Millionen Euro nicht irgendwie zusammenbekommt“, sagt Hubertus Gärtner (CDU). Das Einfachere sei für ihn das Rathaus, wobei über das Wort „bedingungslos“ noch zu diskutieren sei.

Problematisch ist für den stellvertretenden Ortsbürgermeister hingegen die geplante Schließung des Quallebads. „Entscheidend ist das Gutachten, das aussagt, was an der Technik alles gemacht werden muss“, erläutert Gärtner. Wenn die von Balzer genannten ein bis 2 Millionen Euro tatsächlich anfielen, müsse man überlegen, ob das überhaupt machbar ist. „Es wird schwierig werden, dafür überhaupt Kredite zu bekommen“, glaubt der Christdemokrat.

Ähnlicher Ansicht ist auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Willms. „Dass das Hallenbad auf der Liste steht, war klar“. Auch er schlägt vor, zuerst einmal das Gutachten abzuwarten. „Es wird in den Raum gestellt, wir können uns eine Renovierung nicht leisten, obwohl wir noch gar nicht wissen, was es kostet“, meint Willms.

Eine Chance, das Bad zu retten, sieht er darin, dass dessen Nutzer sich anders organisieren und noch mehr Geldgeber finden. Für eine Entscheidungsfindung fordert er die Verwaltung dazu auf, mehr Argumente zu liefern. Auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Sandra Sender will erst einmal das Gutachten abwarten und dann versuchen, „das Beste für Letter zu erreichen“. „Das wir irgendwo sparen müssen, ist klar“, sagt Sender. Doch vor allem in Hinblick auf das Schulschwimmen und die geleistete Arbeit des Qualle-Fördervereins sei es sehr wichtig, das Schwimmbad zu erhalten. „Eine schwierige Situation“, bringt es die Sozialdemokratin auf den Punkt.

Viel Zeit bleibt den Kommunalpolitikern bei ihrer Entscheidungsfindung nicht mehr. Um die Stabilisierungshilfe zu erhalten, muss der Antrag bis spätestens Ende Januar beim Innenministerium vorliegen.

Von Sandra Remmer

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Der Förderverein Qualle und damit die Bürger in Letter dürfen hoffen. Vertreter der SPD-Fraktion im Rat kündigten bei einer Versammlung im Garten der Schwimmhalle an, erst einmal alle Fakten zusammenzutragen, bevor über eine Schließung diskutiert wird. Die Partei will sich zeitlich nicht von der Stadtverwaltung unter Druck setzen lassen.

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