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Stadt kämpft um Telefonzellen

Seelze Stadt kämpft um Telefonzellen

Die Deutsche Telekom AG will für sie unwirtschaftliche Telefonzellen in Seelze abbauen. Dagegen wehrt sich die Stadt, die die öffentlichen Telefone auch im Zeitalter des Mobilfunks aus Sicherheitsgründen behalten möchte.

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Die Telekom will fast alle Telefonzellen in Seelze abbauen.

Quelle: Nicolas Armer/dpa (Symbolbild)

Seelze. Bürgermeister Detlef Schallhorn verweist darauf, dass die Telekom zur Grundversorgung mit öffentlichen Münz- und Kartentelefonen verpflichtet ist. Bereits in der Vergangenheit habe das Unternehmen das Netz immer mehr ausgedünnt. Übrig geblieben sei nur das gesetzliche Minimum an Apparaten. In der Stadt Seelze sind derzeit noch 15 öffentliche Telefone vorhanden, zwei davon allerdings auf Privatgrundstücken. Bis auf zwei mit sogenannten Hot Spots ausgestatteten Geräten an den Standorten Am Kreuzweg/Post und Kantstraße/Bahnhof möchte die Telekom alle übrigen Stellen abbauen.

Weil es aber um die gesetzliche Grundversorgung geht, benötigt die Firma die Zustimmung der Stadt. Die kommunalen Spitzenverbände haben den Städten und Gemeinden empfohlen, den Wunsch der Telekom zu prüfen. Die Kommunen müssten ihre Prüfkriterien nicht offenlegen und ihre Entscheidung auch nicht begründen, erklärt die Verwaltung. Falls die Kommune sich aber über die Entbehrlichkeit eines Standortes irre, sei die Telekom auch nicht zum Wiederaufbau einer abmontierten Anlage verpflichtet.

Die Stadt werde dem weiteren Abbau von Telefonstellen nicht zustimmen, sagte Schallhorn. Zwar könne die Verwaltung nachvollziehen, dass die Geräte kaum wirtschaftlich zu betreiben und auch zusätzliche Kosten etwa durch mutwillige Beschädigungen nicht auszuschließen seien, die Apparate hätten aber eine wichtige Funktion. „Nicht jeder hat ein Handy, außerdem kann auch der Akku mal leer sein“, sagt Schallhorn. Deshalb seien die öffentlichen Telefone unverzichtbar, um in Notfällen Hilfe holen zu können. Zudem sei die Notrufmöglichkeit kostenlos.

Die Telekom habe aber das Recht, vorhandene Telefonzellen durch eine kostengünstigere Basisstation zu ersetzen. Die letzten Telefonhäuschen stehen Im Sande, an der Düsterstraße und an der Lohnder Straße. Die Stadt rechnet damit, dass dieses Standorte auf die preisgünstigere Basisstation umgerüstet werden. „Die Ära der Telefonzellen geht auf jeden Fall zu Ende“, sagt Stadtsprecherin Martina Krapp.

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