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Streik in den Abendstunden

Seelze Streik in den Abendstunden

Für etwa drei Stunden haben sich Montagabend Lokführer in Seelze an den bundesweiten Streikaktionen ihrer Gewerkschaft beteiligt.

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Quelle: dpa

Seelze. Die Lokführergewerkschaft GDL, die außer Lokführern auch Zugpersonal, Instruktoren und Disponenten vertritt, hat kurzfristig in der Nacht zu Montag einen dreistündigen bundesweiten Warnstreik ausgerufen. Von 18 bis 21 Uhr - und damit außerhalb der Hauptverkehrszeiten - trat das Strecken-Personal der bei der GDL organisierten Sparten des Reisezug- und Güterverkehrs in den Streik. Darunter waren auch Seelzer Mitglieder, wie der für Seelze zuständige GDL-Sprecher Andreas Elandt auf Anfrage mitteilte. Auch der S-Bahnbetrieb im Raum Hannover war betroffen.

Elandt beklagt, dass die Arbeitgeberseite „die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht ernsthaft verfolgt“. Seine Kollegen, insbesondere die Seelzer, die überwiegend im Güterzugdienst mit Nachtdienst und schwierigen Schichtplänen konfrontiert würden, müssten endlich eine wie in anderen Berufen übliche Fünftagewoche mit entsprechenden Ruhezeiten garantiert bekommen. Bundesweit gebe es derzeit so viel Mehrleistungsstunden, dass man zum Abbau ein Jahr lang zusätzlich rund 1500 Lokführer im Bundesgebiet beschäftigen könnte.

Nach Elandts Worten liege seiner Gewerkschaft bisher kein ausreichendes Angebot der Arbeitgeberseite vor. Die Gewerkschaft geht von einer Lohnanhebung um fünf Prozent und Reduzierung der Arbeitszeit um zwei auf 37 Wochenstunden aus. Eine angebotene Einmalzahlung von 350 Euro reiche als Grundlage nicht.

Deshalb sei der Warnstreik angesetzt worden. Um die Auswirkungen für die Bahnkunden möglichst gering zu halten, seien die Abendstunden gewählt worden. Wenn sich in den Verhandlungen weiterhin nichts bewege, könne ein größerer Arbeitskampf nicht ausgeschlossen werden.

Die weitaus größere Eisenbahnergewerkschaft, EVG, wird sich erst Mitte September mit der Arbeitgeberseite in Sachen Tarifverhandlungen an einen Tisch setzen, sagt deren Sprecher im Raum Hannover, Dieter Pielhop. Für sie steht eine Verbesserung insbesondere der unteren Gehaltsklassen und eine soziale Abfederung der Mitarbeiter an erster Stelle.

Von Wolfgang Rogl

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