Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Stadt verbessert sich um 73 Millionen Euro

Seelze Stadt verbessert sich um 73 Millionen Euro

Eigene Sparanstrengungen und die Unterstützung des Landes tragen Früchte: Seelzes Finanzlage hat sich um 73 Millionen Euro verbessert. "Es bleibt aber weiterhin schwierig, aus eigener Kraft den Haushalt auszugleichen", warnt Stadtkämmerer Karsten Balzer vor allzu großer Euphorie.

Voriger Artikel
SPD setzt sechs Schwerpunke für Kommunalwahl
Nächster Artikel
Velberaner auf Rettungsfahrt

Trotz aller Anstrengungen ist Geld in Seelze weiter knapp.

Quelle: Dpa

Seelze. In den vergangenen Jahren habe sich die Stadt intensiv um die Konsolidierung ihrer Finanzen gekümmert, sagte der Erste Stadtrat Karsten Balzer. "Wenn wir nichts gemacht hätten, wären die Kassenkredite um 73 Millionen Euro höher." Dabei dürfe nicht übersehen werden, dass in Seelze dennoch viel passiert ist. Neben der Sanierung von Schulen und der Entwicklung des Neubaugebietes Seelze-Süd sei auch die Kristall-Therme angesiedelt worden. Balzer betonte, dass alle an einem Strang gezogen hätten. "Das ist das Verdienst des Rates, der entsprechende Beschlüsse gefasst hat." Verschwendungssucht habe es nicht gegeben.

Die finanzschwache Stadt kalkuliert mit einem jährlichen Defizit von rund 8 Millionen Euro. "Wir gehen in unserer Prognose immer von einem steigenden Zinsszenario aus, weil wir vorsichtig sein müssen", sagt Balzer. Tatsächlich profitiere die Kommune derzeit von den Niedrig-Zinssätzen. Zwar habe die Stadt in den vergangenen Jahren stets eine sogenannte Bedarfszuweisung des Landes erhalten, doch dürfe diese nicht von vornherein eingeplant werden, unterstreicht Steffen Klingenberg, Leiter der Abteilung Finanzmanagement. "Wir haben keine Garantie, dass wir die Unterstützung wirklich bekommen."

Erstmals hat die Stadt im Jahr 2002 eine Bedarfszuweisung von 800.000 Euro erhalten, die rückwirkend beantragt worden war. Mit Ausnahme von 2006 hat Seelze seitdem jährlich eine Finanzspritze des Landes erhalten. Bis 2015 sind damit insgesamt rund 30,8 Millionen Euro zusammen gekommen. Mit der Bedarfszuweisung von 2016 in Höhe von rund 4 Millionen Euro und der in diesem Jahr ebenfalls zur Auszahlung kommenden Stabilisierungshilfe von 22,38 Millionen Euro summieren sich die Zuweisungen auf insgesamt gut 57 Millionen Euro. Aus eigener Kraft hat die Stadt von 1997 bis 2016 knapp 16 Millionen Euro einsparen können.

Trotz aller Anstrengungen hatte Seelze Ende 2015 Schulden von rund 110 Millionen Euro, was 3370 Euro Schulden pro Einwohner entsprach. Es sei weiterhin schwierig, aus eigener Kraft einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen, sagte Balzer. Ab 2018 sei die Stadt für zehn Jahre zudem verpflichtet, das jährliche Defizit auf 4,2 Millionen Euro zu limitieren, ergänzte Klingenberg.

Von Thomas Tschörner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sl4tkiqsl1lqcnfizj
Anderen Menschen helfen: Eine Lebensaufgabe

Fotostrecke Seelze: Anderen Menschen helfen: Eine Lebensaufgabe