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Stadt: Trassenplan sorgt für Verunsicherung

Seelze Stadt: Trassenplan sorgt für Verunsicherung

Die durch das südliche Seelze verlaufende neue Bahntrasse im Bundesverkehrswegeplan 2030 gefährdet nach Einschätzung von Bürgermeister Detlef Schallhorn die Entwicklung der Stadt Seelze. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch sprach von einem Damoklesschwert, das für Unsicherheit sorge.

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Detlef Schallhorn und Matthias Miersch wollen die Bahntrasse durch Seelzes Süden verhindern.

Quelle: Thomas Tschörner

Seelze. Der Entwurf sieht eine neue zweigleisige Bahntrasse zwischen Letter und Minden vor, die in Letter abzweigt und dann nördlich von Harenberg und Döteberg durch den Bereich Seelze-Süd und weiter zwischen Almhorst und Almhorster Wald auf Barsinghäuser Gebiet verläuft. "Für uns ist das ein Schlag ins Kontor", sagte Bürgermeister Detlef Schallhorn. Für die Stadtentwicklung seien die Pläne eine Katastrophe. Er habe sich deshalb an den SPD-Bundestagsabgeordneten Matthias Miersch gewandt, zu dessen Wahlkreis Seelze gehört, und werde auch alle Bürgermeister-Kollegen an der geplanten Trasse anschreiben.

Der Bundesverkehrswegeplan sei die Bibel der Verkehrspolitiker, sagte Miersch am Freitag bei einem Besuch im Seelzer Rathaus. Um nicht schon im Vorfeld zeitaufwendige Diskussionen mit Lobbyisten führen zu müssen, sei auf strikte Geheimhaltung geachtet worden. Nun gebe es einen Entwurf mit "Licht und Schatten", bei dem zunächst die Schattenseiten angeschaut werden sollten, sagte Miersch. Es sei aber noch nichts entschieden. Bis zum 2. Mai könne jedermann Einwände geltend machen. Miersch sagte zu, sich gemeinsam mit seiner CDU-Kollegin Maria Flachsbarth dafür einsetzen zu wollen, dass die Trasse aus der Planung genommen werde. Am Montag werde er mit der verkehrspolitischen Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Kirsten Lühmann, Kontakt aufnehmen, die auch im Aufsichtsrat der Bahn vertreten ist.

Miersch verwies auf das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH), durch das die Trasse geführt werde. Zudem würden die Menschen verunsichert. "Das schwebt wie ein Damoklesschwert über Seelze." Angesichts der Situation sei zu befürchten, dass das Interesse an dem Neubaugebiet Seelze-Süd sinken werde. Es ginge deshalb darum, die Trasse aus dem Plan wieder zu entfernen, bevor sie vom Bundestag Ende des Jahres beschlossen wird. "Sonst gibt es jahrzehntelange Unsicherheit", sagte Schallhorn. Etwa zu Wertverlusten der Immobilien. Schallhorn kritisierte, dass die Stadt nicht informiert worden sei, obwohl sie unmittelbar von der Planung betroffen ist. "Wir mussten alles selbst im Internet zusammensuchen."

Ortsbürgermeister kritisiert Informationspolitik: Mit Verwunderung hat Seelzes Ortsbürgermeister Walter Mill zur Kenntnis genommen, dass er nicht über die neue Trassenführung der Bahn von der Verwaltung informiert worden ist. Während seine Almhorster Kollegin Petra Cordes über die Pläne unterrichtet worden sei, habe der Ortsrat Seelze offiziell keine Kenntnis bekommen. "Durch diese Informationslücke hat der Ortsrat Seelze etwa eine Woche verloren, bevor er gegen diese Pläne aktiv werden kann", kritisierte Mill. Schallhorn wies die Kritik zurück. Auch er habe wie Cordes bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Heinrich Oelfke von den Plänen erfahren und erst an einen Scherz geglaubt. "Wir mussten dann auf die Schnelle erst einmal die Informationen sammeln." Am Montag habe er im niedersächsichen Verkehrsministerium angerufen, das auch nichts wusste.

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Die Stadt hat den möglichen Verlauf der Bahntrasse in Seelzes Süden eingezeichnet.

Quelle: Thomas Tschörner

Von Thomas Tschörner

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