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Ausschuss ist gegen Bebauung der Parkanlage

Seelze Ausschuss ist gegen Bebauung der Parkanlage

Ein fünfgeschossiges Haus soll in der Obentraut-Parkanlage gebaut werden. Doch die Mitglieder des Ausschusses für Bau und Umwelt stimmten am Mittwochabend mehrheitlich gegen die Pläne der KSG, die Eigentümerin der Fläche ist. Sie wollen den Park als eine der letzten Grünflächen Seelzes erhalten.

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Die KSG möchte auch die Fläche neben dem vorhandenen Hochhaus mit Mietwohnungen bebauen.

Quelle: Rebecca Hürter

Seelze. Mit ihrem Votum widersprechen die Mitglieder des Ausschusses der Abstimmung im Ortsrat: Der Ortsrat hatte sich mehrheitlich für eine Entwidmung der Flächen und Wege, die sich nicht im städtischen Eigentum befinden, ausgesprochen. Seitdem die etwa 5077 Quadratmeter große Obentraut-Parkanlage in den 1980er Jahren angelegt wurde, gehört der größere Teil der Fläche zum Eigentum der KSG.

Durch einen Vertrag zwischen Stadt und KSG wurde damals festgelegt, dass die Stadt die Fläche als Grünanlage nutzen und unterhalten darf. 37 Jahre nach Vertragsschluss möchte die KSG nun eine Anlage errichten, die Platz für 31 Wohnungen bietet. Die Verwaltung der Stadt weist in ihrer Beschlussvorlage darauf hin, dass der geplante Bau von günstigen und teilweise barrierefreien Wohnungen den Wohnungsmarkt in Seelze entspannen würde. Das öffentliche Interesse an der Schaffung von Wohnraum sei in diesem Fall höher zu bewerten als ein Erhalt der Parkanlage.

Diese Meinung wird vonseiten der Politik nicht geteilt: "Wir sind gegen die Bebauung", betonte Ralf Marter bei der Sitzung des Ausschusses für Bau und Umwelt. Mit dem Obentraut-Park würde die letzte Grünfläche in Seelzes Zentrum verlorengehen. Neben dem Ortsverbandsvorsitzenden der Grünen sprachen sich auch Vertreter aus der SPD und der FDP gegen die Bebauung der Parkanlage aus. Nach Angaben von Susanne Richter (SPD) würden durch die Bebauung die benachbarten Wohnungen eine Abwertung erfahren, für die Anwohner gäbe es keine Möglichkeit zur Naherholung mehr.

Richter kritisierte, dass kein Gesamtkonzept für Seelze vorhanden sei: Bei der Entscheidung zur Bebauung von einzelnen Flächen werde nicht die ganze Stadt berücksichtigt. Eine Gefahr sieht Richter auch darin, dass es für die Fläche keinen Bebauungsplan gibt: Wenn es zu einer Bebauung durch die KSG kommen sollte, hätte die Stadt somit keine Möglichkeit zur Mitsprache.

Christian Schomburg (CDU) gab entgegen der Kritik zu Bedenken, dass die KSG die Fläche bis jetzt zur Verfügung gestellt habe. Wenn sich die Stadt ihren Plänen entgegenstellen würde, könnte dies eine Signalwirkung für andere Eigentümer von öffentlichen Flächen haben. Cornelia Sargin, Abteilungsleiterin des Rechnungsprüfungsamtes, wies zudem darauf hin, dass die KSG als Eigentümerin der Fläche einen Anspruch auf eine Baugenehmigung habe.

Willi Raabe stellte sich gegen die Vorlage der Verwaltung: "Der Platz wird intensiv genutzt", betonte der Naturschutzbeauftragte. Vor allem Jugendliche und Frauen mit kleinen Kindern würden bei schönem Wetter häufig in der Parkanlage zusammen sitzen. Ob das in Zukunft auch noch möglich ist, wird der Verwaltungsausschuss voraussichtlich Ende März beschließen.

Von Rebecca Hürter

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