Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Schüler im künstlichen Rausch

Seelze Schüler im künstlichen Rausch

Mit einem Schlüssel versucht Enes Baybas, ein Türschloss zu öffnen. Das ist fast unmöglich. Enes trägt eine Rauschbrille. "Das ist sehr schwierig, obwohl ich es täglich mache", sagt er. 120 Zehntklässler haben am Donnerstag in Letter an einer Drogenprävention teilgenommen.

Voriger Artikel
Platzt der Luftballon im Stickstoff?
Nächster Artikel
Polizei will mehr Präsenz am Krug zeigen

Ein Blick durch die Rauschbrille: Enes Baybas hat große Probleme, das Türschloss zu öffnen.

Quelle: Hürter

Letter. Die Polizei richtet die Unterrichtseinheit "FIT?! ... für den Straßenverkehr" an vielen Standorten für zukünftige Fahranfänger aus. "Bei den Schülern kommen zwei Risikokomponenten zusammen", sagt Helge Bönisch vom Polizeikommissariat Seelze. Fahranfänger würden sich häufig selbst überschätzen. Dadurch sei das Fahren unter Alkohol und Drogen doppelt gefährlich. Er sieht ein sehr großes Gefahrenpotenzial in dieser Zielgruppe.  Sechs zehnte Klassen vom Georg-Büchner-Gymnasium werden sich in der Wache der Ortsfeuerwehr mit Polizei, Feuerwehr und AOK über die Risiken von Alkohol- und Drogenkonsum auseinander setzen.

"Die Konsequenzen vom Autofahren unter Alkohol werden einem hier sehr bewusst", sagt Enes. Der 16-Jährige möchte zwar erst mit 18 seinen Führerschein machen, findet die frühzeitige Vorbereitung durch Polizei und Feuerwehr aber sehr interessant. Mit Fotos von Unfällen in Seelze, bei denen Alkohol und/oder Drogen eine Rolle gespielt haben, verdeutlichen die Feuerwehrleute Robert Czauderna, Marco Becker und Hans-Peter Schröder die Aufgaben der Feuerwehr.

"Der Einsatz der Feuerwehrleute ist viel schwerer als gedacht", meint Enes nach einigen praktischen Übungen mit Geräten, die bei Unfällen zum Einsatz kommen. Die Schüler versuchen, mit Spreizer und Rettungsschere Plastikbecher zu bewegen, ohne sie zu zerdrücken oder den Inhalt zu verschütten. Mit den Übungen sollen die Schüler ein Gefühl dafür bekommen, was es für die Feuerwehrleute bedeutet, einen Verunglückten aus einem Wagen zu schneiden.

Mit der Rauschbrille zeigen die Polizisten Helge Bönisch und Sebastian Sonntag, dass die einfachsten Handlungen im Rauschzustand misslingen: Der Tennisball wird nicht gefangen, Wasser wird verschüttet und der Schlüssel findet einfach nicht das Türschloss. Mitarbeiter der AOK bieten den Schülern Seh- und Reaktionstests an. Im theoretischen Teil des etwa zweistündigen Programms gibt Karsten Schröder von der Polizeiinspektion  Garbsen Informationen über den Konsum von Alkohol und illegalen Drogen.

"Es ist gut zu wissen, wer einem bei einem Unfall helfen kann und was die Helfer selber durchmachen müssen", sagt Enes nach den vielen Erfahrungen an diesem ereignisreichen Vormittag.

Unfälle in Seelze aus dem Vorjahr

Seelzes Polizei hat 2015 elf Unfälle dokumentiert, bei denen die Fahrer unter Einfluss von Alkohol standen. Vier Unfallfahrer hatten sich unter Drogen ans Steuer gesetzt. Höher ist die Zahlen der Trunkenheitsfahrten ohne Unfall: Die Polizei stieß bei Kontrollen auf 42 Autofahrer unter Alkohol. Davon waren vier jünger als 21 Jahre. Zwölf Autofahrer hatten Drogen genommen, bevor sie sich ans Steuer setzten; einer war unter 21 Jahren.

doc6pvzr91sy5tieyclmbv

Fotostrecke Seelze: Schüler im künstlichen Rausch

Zur Bildergalerie

Von Rebecca Hürter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6soti47y5iw2sdm9hn8
Schon wieder: LKW bleibt an Brücke hängen

Fotostrecke Seelze: Schon wieder: LKW bleibt an Brücke hängen