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Seelzer sammeln 5000 Koffer

Seelze Seelzer sammeln 5000 Koffer

Mit überwältigender Resonanz sind die Seelzer am Sonnabend in fünf Ortsteilen dem Aufruf von Hans-Ulrich Witt gefolgt. Der Sozialdemokrat hatte um Koffer- und Taschenspenden gebeten, die Flüchtlingen in einer Asylbewerberunterkunft in Celle nach ihrer Registrierung den Umzug erleichtern sollen.

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Ortsbrandmeister Frank Korthauer (links) und Hans-Ulrich Witt sorgen für die notwendige Logistik bei der Sammelaktion.

Quelle: Fienemann

Seelze. Dass seine Koffersammelaktion für Flüchtlinge so hohe Wellen schlagen würde, hat SPD-Mitglied Hans-Ulrich Witt niemals erwartet. Der stellvertretende Vorsitzende des Ortsvereins Gümmer arbeitet im Erstaufnahmelager in Celle/Scheuen und erkannte den Bedarf, den Asylbewerber vor allem an Koffern, Taschen und Kinderwagen haben, wenn sie nach ihrer Registrierung in der Region verteilt werden. Die meisten hätten nur schnell reißende, blaue Müllsäcke, um beispielsweise Kleidung oder Spielzeug zu transportieren. Nach Aufrufen in der Zeitung strömten am Sonnabend die Menschen in Scharen zu den Sammelstellen in Gümmer, Lohnde, Seelze, Letter und Almhorst. Viele hatten gleich mehrere Koffer dabei, die mit weiteren Taschen gefüllt waren. SPD-Mitglieder der Ortsvereine, die Freiwillige Feuerwehr Gümmer und Asylbewerber aus Garbsen halfen bei Annahme, Verladung und Transport der gesammelten Stücke.

Es ist nicht immer leicht gewesen, den Überblick zu behalten. In Seelze auf dem Rathausplatz sagte Alexandra Witt-Reinhardt: „Am Anfang wollten wir zählen, aber das haben wir schnell aufgegeben.“

Am Abend schätzte Witt die Zahl der Taschen und Koffer auf 4000 bis 5000 Teile. Auch 25 Kinderkarren wurden vorbeigebracht. Das sei kein Tropfen auf den heißen Stein. Sobald die Malteser aus Celle die geschätzten 80 bis 90 Kubikmeter abgeholt hätten, könne das Aufnahmelager in Scheuen Flüchtlinge einige Wochen mit Gepäckstücken versorgen.

Bei den Helfern herrschte ein Gefühl vor: Überwältigung. Der SPD-Vorstand aus Lohnde lobte das hohe Engagement der Organisatoren und die positive Bereitschaft der Bürger.

So wie Spender Wolfgang Linde aus Lohnde ging es vielen: Er hat nach dem Aufruf in der „Leine-Zeitung“ aufgeräumt: „Da haben wir gesehen, was wir eigentlich noch brauchen und was über ist.“ Alte Koffer standen oft ungenutzt auf dem Dachboden im Weg herum, nachdem neuere, leichtere Modelle angeschafft wurden. Zu schade zum Wegwerfen waren viele Stücke aber allemal.

Laura Fienemann

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