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Politiker wollen Schulstandort überdenken

Seelze Politiker wollen Schulstandort überdenken

Eine Entscheidung über den Standort der neuen Grundschule für die südlichen Stadtteile wird wohl doch nicht in der Februar-Ratssitzung getroffen. Seelzes Kommunalpolitiker wollen noch einmal in Ruhe die Zahlen prüfen und auch die Auswirkungen auf Harenbergs Infrastruktur berücksichtigen.

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Mehr als 100 Zuschauer verfolgen die Diskussion um den Grundschulstandort für die südlichen Stadtteile in der Harenberger Mehrzweckhalle.

Quelle: privat

Harenberg/Seelze. Die Stadtverwaltung hält für den Bau der Süd-Grundschule sowohl Flächen in Seelze-Süd als auch in Harenberg für geeignet. Während die Verwaltung sich aus Kostengründen klar für Harenberg positioniert hat, favorisieren die Fraktionen von SPD und Grünen mit Verweis auf die höheren Kinderzahlen in dem Neubaugebiet ein Grundstück in Seelze-Süd. Eltern aus Harenberg und anderen südlichen Stadtteilen haben sich dagegen wiederum für eine neue Schule in Harenberg ausgesprochen und mehr als 900 Unterschriften für ihr Anliegen gesammelt.

Bei einem Informationsabend der CDU Harenberg war die Mehrheit der mehr als 100 Teilnehmer für den Bau der Schule in Harenberg, bei dem vor der Diskussion Bürgermeister Detlef Schallhorn, die CDU-Regionsabgeordnete Petra Cordes und Harenbergs CDU-Chef Matthias Sassenberg referierten. "Ein Thema war die Verkehrsbelastung der B 441 und die damit verbundene Lärmbelastung, die am Standort Harenberg an der Landstraße nach Döteberg wesentlich geringer ausfällt", berichtet Sassenberg von der Diskussion. Das Argument der höheren Schülerzahlen in Seelze-Süd sei für nicht stichhaltig befunden worden, weil die jetzigen Grundschüler größer würden und dann aus Seelze-Süd für längere Zeit erst einmal weniger Grundschulkinder kämen. In den anderen Ortsteilen setze der Generationswechsel dagegen gerade ein. Viele Harenberger seien in Sorge, dass bei einem Schulbau in Seelze-Süd die Grundschule in Harenberg aus finanziellen Gründen in absehbarer Zeit geschlossen wird. Eine weitere Befürchtung sei, dass der Ort seine Infrastruktur wie Mehrzweckhalle und Harenberger Hof zu Gunsten eines Kindergartenneubaus verlieren könnte, sagte Sassenberg. "Kritisiert wurde auch, dass die Verwaltung bei einem derart wichtigen Thema keine Informationsabende auf die Beine gestellt hat."

Johannes Seifert, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, hat mit gemischten Gefühlen Harenberg wieder verlassen. Einerseits habe es ihn gefreut, dass inzwischen alle für Ganztagsgrundschulen seien. "Für diese Forderung bin ich vor zwei Jahren noch übel abgestraft worden." Es sei aber auch deutlich geworden, dass es nur zu 30 Prozent überhaupt um schulpädagogische Fragestellungen gegangen sei. Zu 70 Prozent hätten die Harenberger dagegen strukturelle Fragen wie die Zukunft ihrer Mehrzweckhalle und damit ihrer Sportvereine und des gesellschaftlichen Lebens im Ort umgetrieben. Eine Entscheidung in der Ratssitzung am Donnerstag, 23. Februar, hält Seifert deshalb für unrealistisch. "Wir müssen uns in der Schul-AG noch einmal alle Zahlen genau anschauen." Es könne nicht gut für die Bevölkerung in Seelze sein, wenn eine Entscheidung über ein 15-Millionen-Euro-Projekt auf nicht ganz korrekten Zahlen aufgebaut werde. Der Rat müsse auch darauf eingehen, dass sich die Harenberger abgehängt fühlen.

Er habe von dem Abend einiges mitgenommen, sagt auch Frank Joosten (Die Grünen). "Die Harenberger hängen sehr an ihrer Sporthalle als Raum für viele Aktivitäten." Die Politik müsse deutlich machen, dass niemand dem Ort die Halle nehmen wolle. Die Diskussion sei insgesamt deutlich über den Schulstandort hinausgegangen. Die Fraktionen müssten sich die Zeit nehmen, noch einmal alles sorgfältig zu prüfen und die Bedenken der Einwohner der südlichen Stadtteile angemessen zu berücksichtigen. Joosten rechnet damit, dass eine Entscheidung wohl erst im März getroffen werden kann.

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Mehr als 100 Zuschauer verfolgen die Diskussion um den Grundschulstandort für die südlichen Stadtteile in der Harenberger Mehrzweckhalle.

Quelle: privat

Von Thomas Tschörner

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