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Blume sieht verpasste Chancen in Seelze-Süd

Seelze Blume sieht verpasste Chancen in Seelze-Süd

Mit Seelzes Ortsbürgermeister Alfred Blume geht es durch den alten Ortskern und den neuen Stadtteil Seelze Süd. Es ist leicht, mit Alfred Blume (64, SPD) ins Gespräch zu kommen. Er kennt seinen Geburtsort ebenso wie die Entwicklung der vergangenen sechs Jahrzehnte aus eigener Anschauung.

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Diese Straße führte zur Seelzer Fähre. Im Gebäude der ehemaligen Gastwirtschaft wurde Seelzes Ortsbürgermeister Alfred Blume geboren.

Quelle: PATRICIA CHADDE

Seelze. An der Bremer Straße, nahe des früheren Fähranleger Richtung Garbsen, steht bis heute sein Geburtshaus. "Meine Eltern hatten Gastwirtschaft und Fuhrunternehmen", erinnert sich Alfred Blume an gesellige Kinderjahre, die von Vertrauen und Freiheit geprägt waren. Ein strukturierter Alltag war selbstverständlich, also ging es jeden Morgen mit den gleichaltrigen Freunden zum Kindergarten, später zur Volksschule in der Hannoverschen Straße nach dem Motto "Auftrag ist Auftrag".

"Die Wohnungsnot galt erst 1976 als beendet", widmet sich Alfred Blume einem Thema, das inzwischen wieder zu den gestalterischen Herausforderungen eines Bürgermeisters zählt. Aus diesem Grund plädiert er für die Überbauung des Platzes am Obentraut-Denkmal, weil ihm günstiger Wohnraum für Alleinerziehende und große Familien wichtig ist, denn "in Seelze soll niemand abgehängt werden". Die Erweiterung der Regenbogen-Grundschule ist ein ebenso prägendes Projekt der städtischen Entwicklung. Alfred Blume hat eine pragmatische Haltung zu Parkraum und Spielmöglichkeiten, zu Aufenthaltsqualität und Papiercontainern. Einerseits kann er das "große Ganze" betrachten, aber er entdeckt auch zahlreiche Möglichkeiten, durch eigenes Verhalten zur allgemeinen Lebensqualität beizutragen.

Das liegt auch an seinen Jahrzehnte langen Erfahrungen und Funktionen in der Freiwilligen Feuerwehr Seelze. "Schon mein Vater war Ortsbrandmeister, da habe ich die Mitgliedschaft sozusagen geerbt" schildert er sein Hineinwachsen in Verantwortung. Die Aufnahme von Feuerwehrkameradinnen zählt dabei ebenso wie die Gründung von Kinder- und Jugendfeuerwehr, aber auch Heidebrand und Oderhochwasser zu seinen Erfahrungsschätzen. Das Jahr 1969 ist Alfred Blume aber in Erinnerung, weil den langen Mähnen seiner jungen Kameraden und ihm per Versammlungsbeschluss Haarnetze verordnet wurden.

"Leider waren wir nicht mutig genug", reflektiert Alfred Blume die verpasste Chancen von Seelzes städtebaulicher Entwicklung im neuen, südlich der B 441 gelegenen Baugebiet Seelze-Süd. Beim Thema Hafenintegration und Verschwenkung der B 441, hätte er sich den Mut gewünscht, der Millioneninvestition zuzustimmen. "Heute sind die Macher der Elbphilharmonie ein Vorbild, aber das war ja viele Jahre anders" resümiert Seelzes Ortsbürgermeister langfristige Entscheidungen. Wahrscheinlich ist es diese Mischung aus Offenheit und selbstkritischer Haltung, die Alfred Blume ins politische Amt brachte, obwohl er bei der SPD anfangs einen der letzten Listenplätze belegte. Dabei geht es ihm um jeden Menschen, der mit Seelze zu tun hat. So würdigt der Ortsbürgermeister den Neubau der Lebenshilfe ebenso wie die Idee, ältere Seelze durch den "Alten Krug" am städtischen Leben teilhaben zu lassen. Durch einen jungen Flüchtling erlebt er regelmäßig, dass in der Textilreinigung beachtliche Fachkenntnisse erforderlich sind und dass seine Enkeltochter seinen Lieblingsmusiksender "greulich" findet, kann er akzeptieren. So hält Alfred Blume nicht die Stellung, sondern bezieht sie - was im Ergebnis Wirkung zeigt.

Das ist Seelze: Die Entwicklung vom kleinen Bauerndorf zur Stadt wurde durch den Bau von Kanal, Eisenbahnverbindung und chemischer Fabrik gefördert. Nach dem Zweiten Weltkrieg stiegen die Einwohnerzahlen durch industrielle Ansiedlungen im Westen Hannovers stark an. Seelze ist das namensgebende Zentrum von elf Ortsteilen, die bei der Gebietsreform 1974 zusammengefasst wurden. Seit 1977 kann sich Seelze als Stadt bezeichnen. Durch eine weniger bedeutende Schlacht des 30-jährigen Krieges zwischen Obentraut und Tilly ging Seelze in die Geschichtsbücher ein. Das 1630 geschaffene Obentraut-Denkmal von Jeremias Sutel erinnert an diese folgenreiche Auseinandersetzung. Heute punktet Seelze mit attraktiver Verkehrsanbindung in die Landeshauptstadt Hannover, sowie der Kristalltherme als touristischem Anziehungspunkt. Das Wappen, ein schwarzer Hahn nach einem Entwurf von Gustav Völker, steht für Wachsamkeit und Kampfbereitschaft.

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Von PATRICIA CHADDE

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