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Sprache bereitet Brotkorb Schwierigkeiten

Seelze Sprache bereitet Brotkorb Schwierigkeiten

580 Bedürftige waren im Mai beim Seelzer Brotkorb registriert. Inzwischen ist die Zahl auf 610 gestiegen. Der Grund: Immer mehr Flüchtlinge nutzen das Angebot der kostenlosen Essensausgabe.

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Jeanett Hitzmann und Edelgard Bichbäumer bereiten die Essenausgabe vor.

Quelle: Sandra Remmer

Seelze. In den Räumen des Brotkorbs in der ehemaligen Hausmeisterwohung am Schulzentrum an der Humboldtstraße stapeln sich die Kisten. Salat, Erdbeeren, Radieschen, Zucchini, Kirschen - die Fahrt zum Großmarkt hat sich gelohnt. „Im Moment läuft es gut. Es ist Sommer, Saison für viele heimische Obst- und Gemüsearten“, sagte Marion Straschewski. Aber: Der nächste Winter kommt bestimmt. „Da werden wir wieder dazu kaufen müssen“ prognostiziert die Vorsitzende des Brotkorbs.

Immer mehr Bedürftige nutzen inzwischen das kostenlose Angebot der Lebensmittelausgabe, darunter viele Flüchtlinge. Und das bereitet den ehrenamtlichen Mitarbeitern Probleme. „Viele kommen mit wirklich gar nichts. Und sie verstehen kein Wort Deutsch“, schildert Straschewski die Situation. So könne den Flüchtlingen niemand erklären, wie mache Nahrungsmittel heißen und was daraus zubereitet werden kann. Im Gegenzug könnten die Flüchtlinge aber auch keine Fragen stellen. Viele in Deutschland geläufige Nahrungsmittel sind zum Beispiel in Syrien unbekannt. Fleisch oder Wurstprodukte, die Schweinfleisch enthalten, werden dort gar nicht verzehrt.

Um die Sprachschwierigkeiten besser meistern zu können, hat Straschewski schon mehrfach bei der Stadt um Hilfe in Form eines Integrationslotsens gebeten. „Mindestens vier- bis fünfmal“, berichtet die Brotkorbchefin. Aber passiert sei bis jetzt leider gar nichts.

„In der Vergangenheit standen uns zwei Integrationslotsen mit arabischen Sprachkenntnissen zur Verfügung, deren Kapazität für neu ankommende und bereits hier lebende Flüchtlinge mehr als ausgeschöpft waren“, sagte Stadtsprecherin Martina Krapp. Zu den in Seelze lebenden Flüchtlingen mit arabisch sprachlichem Hintergrund zählten unter anderem Menschen aus afrikanischen Staaten, Syrien und dem Irak, deren Zahl stetig zugenommen habe. Zukünftig stünden der Stadt 14 weitere Integrationslotsen zur Verfügung, deren Aufgaben derzeit neu definiert und verteilt würden. Nach den Sommerferien werde es eine Sitzung geben, in deren Zusammenhang auch eine Unterstützung des Brotkorbs mit ins Auge gefasst werden solle.

von Sandra Remmer

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