Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Stadt kündigt der Wirtin vom Harenberger Hof

Seelze Stadt kündigt der Wirtin vom Harenberger Hof

Im Dezember 2013 bereits hat die Stadt mitgeteilt, den Harenberger Hof nach einem Bieterverfahren an Birgit Goers verkauft zu haben. Die Betreiberin der Traditionsgaststätte wartet seitdem vergeblich auf einen schriftlichen Vertrag. Nun hat die Stadt ihr stattdessen zum 31. März gekündigt.

Voriger Artikel
Die Proben gehen in den Endspurt
Nächster Artikel
Flüchtlings-Quote bis Ende Juli verlängert

Birgit Goers möchte den Harenberger Hof gerne weiter führen. Remmer

Quelle: REmmer

Harenberg. "Wir sind total verschaukelt worden" sagt Birgit Goers. Zum 1. Juli 2013 hatte die Gastronomin gemeinsam mit ihrem Mann den Harenberger Hof übernommen. Nachdem sie zuerst als Pächterin an den Start gegangen war, konnte sie die Gaststätte nach einem sogenannten Bieterverfahren im Dezember 2013 übernehmen. Die Stadt zeigte sich damals sehr zufrieden über diesen Ausgang, konnte sie als bisherige Eigentümerin dadurch doch erhebliche Kosten sparen, die sowohl durch eine notwendige Sanierung als auch durch einen Abriss des mehr als 100 Jahre alten Gebäudes auf sie zugekommen wären.

Birgit Goers als zukünftige Eigentümerin des 1897 gebauten Backsteinbaus erhielt im Januar 2014 den Bescheid aus dem Rathaus, dass sie ab sofort keine Pacht mehr zahlen müsse. Zudem wurde ihr zugesagt, dass eine Teilungserklärung abgegeben werden solle. Dies sei notwendig, da der Harenberger Hof mit der angrenzenden Mehrzweckhalle verbunden sei. Für anstehende Renovierungsarbeiten jedoch sei eine räumliche Trennung notwendig. Im Anschluss sollte dann ein Notartermin vereinbart werden, der den Kaufvertrag zwischen Stadt und Goers auch schriftlich besiegelt. "Dieser Notartermin ist nie zustande gekommen" berichtet Goers, die sich mit dem Harenberger Hof eine Zukunft erhofft und deswegen ihren Lebensmittelpunkt aus dem Heidekreis nach Döteberg verlegt hat.

Nun hat die Stadt der Betreiberin gekündigt. Doch das will Goers nicht hinnehmen und hat der Verwaltung per Rechtsanwalt mitteilen lassen, dass sie im Falle eines Auszugs die Kosten in Höhe von etwa 30000 Euro, die sie inzwischen in erste Renovierungsarbeiten des Gebäudes gesteckt hat, erstattet haben möchte. Offen sei auch noch ein Betrag von mehr als 330 Euro, die die Stadt ihr als Mietzins für die Unterbringung von Flüchtlingen schuldet. Denn seit Sommer 2015 seien die Fremdenzimmer im Obergeschoss fast durchgehend von der Stadt für die Unterbringung von Flüchtlingen angemietet worden.

Die Stadt hatte am Montag eine Stellungnahme abgelehnt. "Wir geben zur rechtlichen Lage von Frau Goers keine Auskunft", sagte Stadtsprecherin Andrea Kaemmerer.

Harenberger Hof: Sanierung ist Stadt zu teuer

Bereits Mitte 2011 hatte die Verwaltung den Sanierungsstau bei den öffentlichen Gebäuden auf rund 7,2 Millionen Euro kalkuliert und damit ausdrücklich nur die dringend notwendigen Sanierungen gemeint. In der Liste fand sich neben dem Alten Rathaus in Letter und der Obdachlosenunterkunft an der Almhorster Straße auch der Harenberger Hof. Die Kosten für die Sanierung des 1897 gebauten Hauses schätzte die Stadt auf etwa 250 000 Euro. Der Harenberger Hof hatte feuchte Kellermauern und ein marodes Dach. Ein Abriss war deshalb ebenfalls im Gespräch, wäre mit 150 000 Euro aber auch nicht billig gewesen. Einzig der Ortsrat Harenberg setzte sich für den Erhalt der Gaststätte ein, die ein Stück Dorfkultur sei. Eine mögliche Lösung war für die Stadt der Verkauf der sanierungsbedürftigen Gebäude. Im Juli 2012 berichtete Bürgermeister Detlef Schallhorn von Interessenten für Altes Rathaus und Harenberger Hof. Im Dezember 2013 teilte Schallhorn dann den Verkauf für einen „symbolischen Betrag“ mit. Die neue Eigentümerin habe sich aber bereit erklärt, massiv in das Gebäude zu investieren. tom

doc6p5daotj0jpw0wnueth

Fotostrecke Seelze: Stadt kündigt der Wirtin vom Harenberger Hof

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sl4tkiqsl1lqcnfizj
Anderen Menschen helfen: Eine Lebensaufgabe

Fotostrecke Seelze: Anderen Menschen helfen: Eine Lebensaufgabe