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Trassennaher Ausbau rückt in den Mittelpunkt

Seelze Trassennaher Ausbau rückt in den Mittelpunkt

Ausbau vor Neubau: Das ist die Haltung der CDU-Bundestagsabgeordneten Maria Flachsbarth zur Seelze betreffenden Bahntrasse im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030. Stadt und Bürgerinitiative erläuterten Flachsbarth ihre Bedenken gegen eine durch das südliche Seelze verlaufende neue Bahntrasse.

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Ortstermin am Rand von Seelze-Süd: Carsten Bischoff (von links), Gerold Papsch, Detlef Schallhorn, Maria Flachsbarth, Petra Cordes, Wolfgang Faber, Mandy von Zobeltitz und Oliver Schneider reden über die umstrittene Bahntrasse.

Quelle: Thomas Tschörner

Seelze. Der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 sieht vor, die Bahnstrecke Hannover–Minden mit einer neuen zweigleisigen Trasse zu verbessern und damit die vorhandenen Gleise zu entlassen. Die neuen Gleise sollen in Letter abzweigen, nördlich von Harenberg und Döteberg durch den Bereich Seelze-Süd und weiter zwischen Almhorst und Almhorster Wald in Richtung Barsinghäuser Gebiet verlaufen. "Das wunderbare Seelze würde dadurch zerschnitten, das ist ein absoluter Wahnsinn", sagte am Dienstag Seelzes CDU-Vorsitzender Gerold Papsch bei einem Ortstermin mit Flachsbarth, Bürgermeister Detlef Schallhorn und Vertretern der Bürgerinitiative (BI) "Seelze gegen neue Bahntrasse".

Sie habe inzwischen mehrfach mit der Bahn telefoniert und auch mit dem Bundesverkehrsministerium, sagte Flachsbarth. Es sei gut, dass die Stadt mit ihrer Stellungnahme so schnell reagiert habe. Während die Bahn vorsichtig abwartend eher die sogenannte Kasseler Schleife bevorzuge, wolle der Bund die Strecke Bielefeld-Hannover ertüchtigen. Dabei ginge es nicht um einen Gewinn an Fahrtzeit, wohl aber das Einhalten des "Deutschlandtaktes". Damit sollen Umsteigezeiten verkürzt, und der Wechsel von der Straße auf die Schiene attraktiver gemacht werden. Die in dem Entwurf eingezeichnete Trasse bezeichnete Flachsbarth als "Strich in der Landschaft". Es sei mehr als eine Idee, aber noch weit weg von der Realisierung. "Unsere Haltung ist: Ausbau vor Neubau", betonte Flachsbarth.

Bürgermeister Detlef Schallhorn erklärte, dass schon der Entwurf für Verunsicherung in der Stadt gesorgt habe. Den Seelzern müssten jetzt die Ängste genommen werden. Denn eine mögliche Bahntrasse sei auch ein Investitionshemmnis. Angesichts der derzeitigen Lage sei die Ansiedlung eines Supermarktes in Seelze-Süd schwieriger geworden. Gegen die Planung hat nicht nur die Stadt eine Stellungnahme abgegeben, sondern auch die BI. Carsten Bischoff von be.es.Design und Steinmetzmeister Oliver Schneider spendeten zudem 2500 Aufkleber, mit denen die Seelzer ihre Ablehnung der Trasse zum Ausdruck bringen können.

Unterdessen fordert die Landtagsfraktion der Grünen, das Verfahren für die Streckenführung Hannover-Bielefeld neu aufzurollen. Die vom Bund vorgelegte Variante entspräche nicht dem vom Land angemeldeten Vorschlag, der lediglich einen trassennahen Ausbau des Streckenabschnitts vorsieht. "Der Vorteil der Niedersachsen-Variante ist zum einen das Nachrüsten des Lärmschutzes auf diesem Streckenabschnitt, zum anderen würde sie in Wunstorf Infrastruktur für einen trimodalen Güterumschlag ermöglichen", erklärt Maaret Westphely, Mitglied des Ausschusses für Arbeit, Wirtschaft und Verkehr des Landtags.

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Oliver Schneider und Carsten Bischoff haben 2500 Aufkleber gegen eine neue Bahntrasse durch Seelze gespendet.

Quelle: Thomas Tschörner

Von Thomas Tschörner

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