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Steinerne Spur der Personalunion

Kirchwehren Steinerne Spur der Personalunion

Die Geschichte der vor 300 Jahren gegründeten Personalunion hat in Kirchwehren eine steinerne Spur hinterlassen. Kurfürst Georg Ludwig von Hannover wurde offiziell am 1. August 1714 als Georg I. zum König des Vereinigten Königreiches und Irlands ernannt.

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Idyllisch im Wald gelegen: Der Prinzentisch steht gegenüber dem alten Forsthaus an der Lenther Straße. Er wird überschattet von der sogenannten
Königseiche.

Quelle: Paul Berten

Seelze. An der Lenther Straße gegenüber dem Forsthaus steht der sogenannte Prinzentisch. Dieser stammt aus dem Jahr 1726, wie die Inschrift auf dem Tisch zeigt. Diese lautet sinngemäß: Auf gnädigst hohen Befehl ihrer Hoheit Prinz Friedrich Ludwig zu Hannover ist dieser Tisch im Jahr 1726 aufgerichtet.

Friedrich Ludwig war der Enkel des Kurfürsten, dem ersten Welfen auf dem britischen Thron. Als sein Großvater zusammen mit seinem Vater, dem Thronfolger Georg August, nach London übersiedelte, musste der damals siebenjährige Friedrich Ludwig in Hannover zurückbleiben. Seine Eltern und Geschwister sah er erst 1728 wieder, als ihn sein Vater nach seinem Regierungsantritt als Georg II. nach London holte.

Der designierte Thronfolger konnte dessen Erbe nicht mehr antreten: Er starb 1751 im Alter von 44 Jahren vor seinem Vater. Der Prinzentisch hat sich nicht immer an seinem jetzigen Standort befunden. In einer Karte von 1781 ist er im Forst Riepen westlich von Döteberg verzeichnet. Er muss an einer von Norden nach Süden verlaufenden Allee durch den Wald gestanden haben. Das haben Nachforschungen des Seelzer Stadtarchivars Norbert Saul ergeben.

Mit den großen Agrarreformen im 19. Jahrhundert wurden Waldflächen gerodet und in Ackerland umgewandelt. Das war auch im südlichen und östlichen Teil des Riepen bis an die Allee, an welcher der Prinzentisch stand, der Fall. Wann der Tisch umgesetzt wurde, ist jedoch nicht bekannt.

Heute ist von der Allee nichts mehr zu finden. Offen bleibt auch, warum der Tisch gerade dort im Riepen aufgebaut wurde und was den Prinzen mit dem Ort verband. Möglicherweise führten pragmatische Gründe zur Umsetzung des Prinzentisches.

Nahe dem Forsthaus gab es seit 1864 eine Königseiche, die zu Ehren des Hohen Besuchs zu „König Georgs Eiche“ ernannt wurde. Diese fiel hundert Jahre später einem Sturm zum Opfer. Heute trägt eine jüngere Eiche gegenüber dem Forsthaus das Schild.

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