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Südlink: Seelzer bleiben skeptisch

Seelze Südlink: Seelzer bleiben skeptisch

Die Informationsveranstaltung des Netzbetreibers Tennet am Mittwochabend in Garbsen hat die Bürgerinitiative aus Seelze nicht überzeugt. Deren Mitglieder setzen sich weiterhin dafür ein, dass die geplante unterirdische Stromtrasse Südlink im Osten der Region gebaut wird.

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"Es ist offen, welche Variante es wird": Wenn es nach den Seelzern geht, wird die Stromautobahn Südlink im Osten der Region Hannover gebaut.

Quelle: Katrin Kutter

Seelze. Für Hans-Ulrich Witt von der Bürgerinitiative Gümmer-Lohnde ist es eine einfache Rechnung: "Im Osten der Region wären etwa 4000 Menschen von den Baumaßnahmen betroffen, auf unserer Seite sind es um die 19.000." Deshalb wäre es aus seiner Sicht und der seiner Mitstreiter folgerichtig, die Stromtrasse Südlink zwischen Burgdorf und Uetze zu verlegen, so wie es eine Variante des Netzbetreibers Tennet vorsieht.

Dass dafür viele Bäume gefällt werden müssten, hält Witt für ein nachrangiges Argument. "Dafür kann und muss man Ersatzflächen schaffen", betont er, "für den einzigen Fußballplatz im Ort nicht". Die Auswirkungen der Trasse im Nordwesten - die es in zwei Varianten gibt - seien deshalb weitaus schlimmer. Gerade Seelze sei in den Möglichkeiten zur Ausdehnung der Stadt "schon genügend eingeschränkt", sagt Witt und zählt die Eisenbahnlinie, die Autobahn 2 und den Mittellandkanal als Grenzen auf. Zudem seien mehr Eingriffe in geschützt Gebiete wie Wälder und Feuchtbiotope nötig als im Osten der Region. 

Bei der Informationsveranstaltung am Mittwochabend in Garbsen konnten die Mitarbeiter des Netzbetreibers Tennet diese Bedenken Witts nicht ausräumen. "Aus meiner Sicht ist noch offen, welche Variante es am Ende wird", sagt Witt. Grundsätzlich herrsche bei allen Betroffenen Einigkeit darüber, dass die Energiewende kommen und die Stromtrasse gebaut werden muss. Die Skepsis über den Verlauf bleibe aber, weil "so viele Menschen dafür den Kopf hinhalten müssen".

Diesen Bedenken stimmt Christian Schomburg zu. Der Ortsbürgermeister Gümmers ist Landwirt und sieht seinen Berufsstand besonders betroffen, weil die Erdkabel in weiten Teilen unter Äckern verlegt werden sollen. "Ich kenne keinen Landwirt, der sich über Ausgleichszahlungen freuen würde", sagt Schomburg. Die Angst davor, dass auf den Flächen anschließend nichts mehr wächst, überwiege deutlich.

Von Gerko Naumann

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