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Maulwürfe lassen sich sanft verbannen

Seelze Maulwürfe lassen sich sanft verbannen

Wie hält man Maulwürfe davon ab, Erdhügel auf dem Rasen aufzuwerfen? Garten- und Landschaftsplaner Carsten Ludowig weiß eine Antwort: Mit einer Barriere aus Stoff. Sie wird horizontal im Rasen verlegt. Welcher Stoff sich am besten eignet, untersucht Ludowig in seiner Dissertation.

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Carsten Ludowig hat viele Materialien getestet, bis er das fand, was Maulwurfshügel wirklich verhindert.

Quelle: Treeske Hönemann

Harenberg. Wie verhindern Hobbygärtner Maulwürfshügel, ohne den Tieren zu schaden? Jahrelang hat sich Carsten Ludowig damit beschäftigt. Jetzt schreibt er seine Dissertation darüber und glaubt, das Mittel gefunden zu haben.

Erde platt treten, Pieper in den Haufen stecken, unangenehmen Geruch erzeugen, das wusste der Garten- und Landschaftsplaner, helfen in keiner Weise. Den Maulwurf fangen oder töten ist verboten und hilft auch nur so lange, bis das nächste Tier das Gänge-System besiedelt.

Auslöser, sich nun wirklich der Sache anzunehmen, waren 128 Maulwurfshügel im eigenen Garten, der in Harenberg an ein Feld grenzt. "Ich wollte Rasenmähen und musste drei bis fünf Kilogramm Erde je Haufen beseitigen", erinnert sich der 45-Jährige. "Die Hügel sind zudem nicht nur ein ästhetisches Problem, die Gänge können bei Belastung bis zu zwölf Zentimeter einsacken. Das ist gefährlich", sagt Ludowig.

Um den Maulwurf wirksam daran zu hindern, Haufen aufzuwerfen, besteht die vielversprechende Möglichkeit, Barrieren um Rasen oder Beete zu ziehen. Ein vertikaler Stopp aus Kunststoff, einen Meter tief in den Boden eingelassen und 15 Zentimeter über die Oberfläche herausragend, weil Maulwürfe sich auch oberirdisch bewegen. Dem Diplom Ingenieur war schnell klar, dass das wenig bringt: "Zufahrten, bei denen die 15 Zentimeter hohe Kante weggeschnitten werden muss, bleiben ein Einfallstor für die Tiere."

Ludowig kaufte viele auf dem Markt gängige Geotex-Materialien mit Gitterstruktur und machte die Probe aufs Exempel. Im Garten der Eltern, bei Kunden sowie auf dem Friedhof Gümmer verlegte er die Textilien horizontal in der Erde. Mit der Zeit fand er heraus, welches Gewebe am besten geeignet ist. Es muss so stabil sein, dass Maulwurf und Wühlmaus es nicht zerreißen können. "Manchmal wusste ich bei den Tests gleich, das wird nichts, weil sich meine Finger durch die Gitter bohren konnten."

Unter dem richtigen Gewebe bleibt der Maulwurf aktiv. Er presst die aus den Gängen gelöste Erde nicht nach oben, sondern in die Gangseitenwände und in unterirdische Kavernen. In seiner Dissertation, die Ludowig vor drei Jahren begonnen hat und die er dieses Jahr an der Leibniz-Universität einreichen will, beschreibt er seine Vorgehensweise und welche Materialien er geprüft hat und bewertet sie. "Einfluss horizontaler Barrieren auf die Grabaktivität von Maulwürfen" lautet der Titel der Doktorarbeit. Wer nicht glauben kann, dass mit der richtigen horizontalen Barriere Maulwurfshügel ausbleiben, muss nur in den Garten von Ludowig schauen. Kein einziger Hügel ist zu sehen. Und auch die Rasenreihengrabanlage auf dem Friedhof Gümmer sieht gepflegt aus.

"Es werden im Fachhandel seit ein paar Jahren Produkte angeboten, die sich Maulwurfschutznetz, Maulwurfbarriere oder Maulwurfsperre nennen. Leider sind viele Produkte für den Einsatzzweck nur bedingt geeignet. Die Gründe liegen in der Struktur, Maschenweite und Beschaffenheit der Gewebe", sagt der Unternehmer.

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Hier waren mal 128 Maulwurfshügel: Die Tiere leben noch immer im Garten von Carsten Ludowig, aber nur noch unter der Erde.

Quelle: Treeske Hönemann
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Von Redakteur Treeske Hönemann

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