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Hitzige Diskussion im Westen um Bahntrasse

Seelze Hitzige Diskussion im Westen um Bahntrasse

Den Entwurf einer Bahntrasse im Bereich Lohnde, Gümmer und Dedensen hat die Bürgerinitiative (BI) "Seelze gegen neue Bahntrassen" in Gümmer präsentiert. Teilnehmer aus Lohnde und Gümmer zeigten sich verärgert. BI-Vorsitzende Mandy von Zobeltitz spricht dagegen von einer ersten Orientierung.

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Versteht den Ärger in Gümmer und Lohnde: Für Mandy von Zobeltitz von der Bürgerinitiative hat die Diskussion erst begonnen.

Quelle: Thomas Tschörner

Gümmer. Der Anfang des Monats vom Bundeskabinett beschlossene Bundesverkehrswegeplan sieht unter anderem auch den Aus- oder Neubau der Bahnstrecke Hannover–Bielefeld mit zwei zusätzlichen Gleisen vor. War zunächst von der Möglichkeit einer zweigleisigen Neubaustrecke durch den Bereich Seelze-Süd die Rede, gegen den sich die Stadt von Anfang an gewehrt hatte, so scheint der Schwerpunkt inzwischen auf dem Ausbau der vorhandenen Trasse zu liegen.

In der Versammlung der BI sei ein alter Trassenentwurf von vor zwölf Jahren präsentiert worden, sagte Gümmers Ortsbürgermeister Christian Schomburg. Danach soll die Ausbaustrecke in Lohnde abzweigen, im Bereich des Lohnder Meeres den Mittellandkanal überqueren und weiter nördlich des Almhorster Waldes sowie südlich des Dedenser Waldes verlaufen. "Die Bürgerinitiative wollte nach Gümmer kommen, um für Mitarbeit zu werben", sagt Schomburg. Dies sei misslungen. Anstelle des südlichen Seelze würde nun die Gümmersche Feldmark als Naherholungsgebiet ruiniert. Zudem hätten die Anwohner fünf Jahre lang Staub und Lärm der Bahnbaustelle zu ertragen. "Es sollte eine BI für ganz Seelze sein", sagt Schomburg. In einem so frühen Stadium der Diskussion eine Trassenplanung vorzulegen, sei der falsche Weg. Schomburg verweist darauf, dass von der Ausbautrasse im Bereich Gümmer, Lohnde und Dedensen deutlich mehr Menschen betroffen wären als von der durch den Süden verlaufenden Neubautrasse. Die Einwohner der westlichen Stadtteile müssten sich jetzt stärker in der BI engagieren, um ihre Anliegen deutlich zu machen, oder selbst eine BI gründen, ist das Fazit des Ortsbürgermeisters.

"Ich fand das ziemlich irritierend", sagt Lohndes CDU-Vorsitzender Jörg Mahnke. Es könne nicht sein, dass immer nur die westlichen Ortsteile Nachteile hätten. Das Argument, dass es dann besseren Lärmschutz gebe, lässt Mahnke nicht gelten. Durch einen Ausbau wäre etwa zehnmal so viele Menschen betroffen wie durch einen Neubau im Süden der Stadt. Ohnehin wären Gümmer und Dedensen durch den ebenfalls im Bundesverkehrswegeplan vorgesehenen achtspurigen Ausbau der Autobahn 2 betroffen. "Ich habe mit einem dicken Hals den Saal verlassen, ich hätte mir einen offenen Dialog gewünscht."

Es sei von vornherein klar gewesen, dass die vorgestellte Trassenvariante zu hitzigen Diskussionen führen würde, sagte die BI-Vorsitzende Mandy von Zobeltitz. Nachdem sich die Bundespolitiker bereits gegen einen Neubau und für den Ausbau der vorhandenen Trasse positioniert hätten, ginge es zunächst mal um das Aufzeigen von Alternativen. Die BI-Vorsitzende betont, dass die in Gümmer präsentierte Version schlicht eine Möglichkeit, aber keineswegs der Vorschlag der BI sei. In der jetzigen Phase ginge es um Gespräche über Alternativen und das Aneignen von Wissen. "Über Details muss man sich später unterhalten." So sei die Frage offen, ob die vier vorhandenen Gleise nicht vielleicht ausreichend seien. Wo die ganze Reise hinginge, sei derzeit völlig unklar.

Von Thomas Tschörner

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