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Michels Totenschild kann besichtigt werden

Seelze Michels Totenschild kann besichtigt werden

Auf die Suche nach dem Totenschild des Deutschen Michels können sich Interessierte am Sonntag, 10. September, beim Tag des offenen Denkmals in Hannovers Marktkirche machen. Ebenfalls am Sonntag kommen Fans von Seelzes Marketingfigur auch beim Entdeckertag auf ihre Kosten, bei dem Rainer Künnecke als Obentraut auftritt.

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Der Totenschild Michaels von Obentraut ist in der Marktkirche zu finden.

Quelle: Thomas Tschörner

Seelze/Hannover. Seelze hat zum Enteckertag eine Geocaching-Aktion vorbereitet, bei der ab 11 Uhr am Alten Krug die elektronische Schnitzeljagd mit GPS-Koordinaten im Mittelpunkt steht. Als Besonderheit will die Stadt künftig auch sogenannte Caches, kleine Schatzbehälter, mit Bezug zu Seelzes Imagefigur Michael von Obentraut in allen Ortsteilen platzieren. Zusätzlich zu dieser Aktion ist der Reitergeneral aus dem Dreißigjährigen Krieg auch beim Entdeckerfest in Hannover präsent. Bei zwei Auftritten auf der Hauptbühne auf dem Opernplatz stellen Rainer Künnecke als Michael von Obentraut und sein Gefolgde um 10.30 und 11.50 Uhr die Stadt, ihre Imagefigur und das Geocaching-Event vor. Zudem wollen sie bei dem Fest zwischen Kröpcke und Aegidientorplatz flanieren und für den Besuch in der Obentrautstadt werben. Dabei verteilen sei den Veranstaltungskalender "Seelze erleben" für die Monate September bis Dezember 2017.

Um die letzte Ruhestätte des 1625 in Seelze ums Leben gekommenen Obentrauts, der in dänischen Diensten stand, geht es ebenfalls in Hannover. Die Marktkirche beteiligt sich von 13.30 bis 18 Uhr am alljährlichen Denkmal-Aktionstages, der unter dem bundesweiten Motto "Macht und Pracht" steht. In Hannovers größter Kirche wurde der Reitergeneral aus dem Dreißigjährigen Krieg beigesetzt, wenn auch mit einiger Verspätung. Denn der Leichnam Obentrauts wurde von Tillys Truppen als Faustpfand auf die Feste Calenberg gebracht. Erst als ein von den Protestanten gefangen genommener Obrist nach vier Monaten freigegeben wurde, konnte die dänische Kavallerie ihren Anführer, der der Legende nach von spanischen Söldnern den respektvollen Beinamen "Deutscher Michel" erhielt, im Februar 1626 in der Aegidienkirche bestatten. Damit war jedoch Obentrauts Bruder, Konrad Michael von Obentraut, nicht einverstanden, der sich einen würdevolleren Platz für den Leichnam wünschte - in der Marktkirche als Hannovers Hauptkirche. Der Broschüre von Wolfgang W. Ewig "Genealogien zu den 8 Totenschilden in der hannoverschen Marktkirche" ist zu entnehmen, dass der Reitergeneral am 4. März 1628 in einem Grab im Chor der Marktkirche bestattet wurde. Gegen Zahlung von 250 Talern hatte der Bruder neben dem Begräbnisplatz im Chor auch die Niederlegung eines Grabsteins und die Errichtung eines weiteren Grabdenkmals vereinbart.

Davon ist heute nichts mehr vorhanden. Die Marktkirche war im Zweiten Weltkrieg zu großen Teilen zerstört worden und musste nach dem Krieg mühsam wieder aufgebaut werden. Dabei wurde auch der Bödekersaal unter dem Hauptschiff angelegt, die an der Stelle vorhandenen Grüfte mussten weichen. "Die Gebeine wurden in die Kreuzkirche gebracht, einige aber auch bestattet", sagt Kirchenpädagogin Marion Wrede. Eine Zuordnung der Knochen zu einzelnen Persönlichkeiten ist kaum noch möglich. So bleibt nur das 1630 in Seelze errichtete Obentraut-Denkmal. Die Marktkirchen-Gemeinde erinnert weiter an Obentraut: Sein Totenschild samt Wappen ist im Bödeker-Saal zu finden.

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