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Ungünstige Lage ist Grund für Aufgabe

Letter Ungünstige Lage ist Grund für Aufgabe

Die Fleischerei Moll gibt nun auch ihre letzte Filiale auf. Geschäftsinhaber Thomas Moll gibt nicht nur die ungünstige Lage der Filiale an der Straße im Sande an - er beklagt auch den fehlenden Nachwuchs: „Diejenigen, die sich bewerben, sind oft nicht ausbildungsfähig.“

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Für Moll steht fest: Die Lage der Filiale an der Straße Im Sande ist wegen der Ampelschaltung und des umständlichen Abbiegemanövers nicht geeignet für spontane Einkäufe.

Quelle: Wolfgang Rogl

Seelze. Ende des Jahres schließt die traditionsreiche Fleischerei Moll ihr Geschäft an der Straße Im Sande, führt aber den Partyservice weiter. Zwar sei der angebotene Mittagstisch weiterhin gut gelaufen, das Geschäft aber insgesamt zu wenig frequentiert gewesen, sagt Inhaber Thomas Moll. „Das liegt am Standort, wir sind schlecht zu erreichen.“

Viele Kunden hätten das wegen der Ampelschaltung zeitaufwendige Abbiegemanöver von der Lange-Feld-Straße in die Seitenstraße gescheut.

Ein weiterer Grund für die Aufgabe sei die Schwierigkeit, geeignetes Verkaufspersonal zu finden, klagt Moll, der inklusive seiner Frau Natalie acht Mitarbeiter beschäftigt. „Seitdem die großen Märkte wie Edeka und Rewe den Bedienverkauf etwa mit eigenen Fleischtheken wieder aufgenommen haben, ist es für uns noch schwerer geworden.“ Denn mit den von den großen Ketten gezahlten Löhnen könne das Handwerk nicht mithalten. Dies sei auch mit besseren Arbeitszeiten und einer familiären Atmosphäre nicht aufzufangen. Zudem gebe es kaum noch Nachwuchs. „Diejenigen, die sich bewerben, sind oft nicht ausbildungsfähig.“ Andere Bewerber blieben jedoch aus. Dies ginge mittlerweile vielen Handwerksbetrieben so.

Deswegen will Moll das Traditionsunternehmen der aus dem Rheinland stammenden Familie nicht weiterführen. Bereits 2013 hatte er sich von vier Filialen getrennt - ebenfalls wegen des Konkurrenzdrucks der großen Supermarktketten. Er habe vor der Wahl gestanden, zu expandieren und selbst als Großhändler aufzutreten oder sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Moll behielt deshalb nur das Stammhaus in Letter.

Mit seiner Frau und einer weiteren Mitarbeiterin will Thomas Moll ab 2016 den Partyservice weiterführen. Wie es mit dem Laden weiterginge, sei noch unklar, sagte Moll. Die Immobilie gehöre seinem Vater Leo, der noch keine Entscheidung über eine etwaige Weitervermietung getroffen habe.

Von Thomas Tschörner

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