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Unterkünfte reichen nicht aus

Seelze Unterkünfte reichen nicht aus

Bis zu 1000 Flüchtlinge könnten es werden, die die Stadt 2016 unterbringen muss. 381 sind für das erste Quartal angekündigt. Das sind Zahlen, die selbst die Stadt erschreckt haben. Sie plant weitere Projekte, um die Neuankömmlinge zu beherbergen.

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Maria Baumeister (links) und ihre Kollegen aus der Stadtverwaltung sowie die Polizei beantworten Fragen der Bürger in Lohnde.

Quelle: Treeske Hönemann

Seelze. Am Montag informierten Stadtverwaltung und Polizei die Bürger in Letter über die Flüchtlingssituation im Stadtgebiet, am Dienstag ging es in Lohnde weiter. „Die Zahlen haben uns alle erschüttert, wir wissen gar nicht, wie wir so schnell hinterherkommen sollen. Wir werden nicht mehr so viele Wohnungen angeboten bekommen“, sagte Katja Volkhardt im Lohnder Bürgerhaus. Die Wirtschaftsförderin gehört der Arbeitsgruppe innerhalb der Verwaltung an, die sich um Flüchtlinge kümmert.

Zuvor hatte Bernd Retzki, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales, die Fakten geschildert: 1000 Flüchtlinge könnten 2016 nach Seelze kommen, 381 von ihnen muss die Stadt in den nächsten 13 Wochen unterbringen. Sie hat bislang 77 Wohnungen angemietet, die drei Gemeinschaftsunterkünfte im Stadtgebiet sind voll belegt.

30 Flüchtlinge können ab Februar in die Wohnungen des umgebauten Getränkemarktes in Lohnde ziehen, genau so viele noch einmal ab Mai in die neue Unterkunft an der Uferstraße in Letter. Zwölf mobile Wohneinheiten stehen im Gewerbegebiet Seelze-Süd bereit, weitere vier Unterkünfte sind auf dem Gelände der Feuerwache Letter bezugsfertig.

Die Region hat sich laut Volkhardt bereit erklärt, in Modulbauweise Unterkünfte in Seelze zu errichten. „Wir wissen noch nicht, auf welchen Grundstücken. Wir prüfen das und planen weitere Projekte.“ Bürgermeister Detlef Schallhorn hat bereits einen Notfallplan aufgestellt. „Wenn es keine Wohnungen mehr gibt und keine Gewerbeimmobilie, wo wir Flüchtlinge unterbringen können, müssen wir auf Sporthallen und Dorfhäuser ausweichen. Wir wollen das alles nicht. Aber versprechen, dass es nicht so kommt, kann ich nichts.“

Die Unterbringung war ein Aspekt bei den Infoabenden. Die Lohnder hatten viele Fragen zur sozialen Situation. Maria Baumeister, Integrationsbeauftragte der Stadt, berichtete, dass sowohl die Humboldtschule als auch die Geschwister-Scholl-Schule demnächst Sprachlernklassen einrichten. „Noch fehlt es an Pädagogen.“ Solche Klassen, in denen Flüchtlingskinder 20 Stunden Deutsch lernen, gibt es bislang nur an der Regenbogenschule und im Georg-Büchner-Gymnasium. Baumeister bedauerte, dass Kindergartenplätze fehlten.

Mehr als zufrieden ist sie jedoch mit dem Engagement der 25 Integrationslotsen und der Sozialarbeiter der Stadt. „Integration ist keine Einbahnstraße. Aber wir sollten den Flüchtlingen mit Respekt und Achtung begegnen.“

Vorkommnisse wie in Köln habe es in Seelze noch nicht gegeben, versicherte Kommissariatsleiter Thomas Wahrendorff im Bürgerhaus. „Eine gute Integration ist die beste Kriminalprävention.“ Eine Voraussetzung dafür sei wiederum eine gute soziale Basis. „Dennoch haben wir in Seelze beschlossen, auch Vorfälle mit Flüchtlingen zu erfassen, die strafrechtlich nicht relevant sind. Wir wollen die Vorkommnisse einfach dokumentieren“, sagte Wahrendorff. Das könne zum Beispiel die Verunsicherung eines Bürgers sein, weil er Personengruppen an Bahnhöfen als Bedrohung empfinde.

Von Treeske Hönemann

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