Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Velberaner auf Rettungsfahrt

Velber/Scheveningen Velberaner auf Rettungsfahrt

Soziales Engagement ist für Christoph Stürzekarn aus Velber nicht einfach nur so eine dahergesagte Floskel. Gemeinsam mit dem Verein Jugend rettet liegt er derzeit mit der „Iuventa“ vor der holländischen Küste und wartet drauf, die Reise ins Mittelmeer anzutreten, um dort in Seenot geratene Flüchtlinge vor dem Ertrinken zu retten.

Voriger Artikel
Stadt verbessert sich um 73 Millionen Euro
Nächster Artikel
Der Harenberger Hof will noch nicht aufgeben

Christoph Stürzekarn ist auf dem Schiff der Mann für die Elektronik.

Quelle: Privat

Seelze. Abitur, Studium, rein ins Berufsleben - und das bis zum Eintritt ins Rentenalter? Nein, so sollte Christoph Stürzekarns Leben nicht verlaufen. Der 28-jährige Wirtschaftsingenieur gibt seinen sicheren Job vorerst auf, um Flüchtlinge vor dem Ertrinken zu retten. „Ich wollte mich noch einmal sozial engagieren“, begründet Stürzekarn diesen Schritt. Auf der Internetplattform Facebook sei er durch Zufall auf den Verein Jugend rettet aus Berlin gestoßen. Dieser Verein aus jungen Mitgliedern, der sich erst vor einem Jahr gegründet hat, hat es sich zum Ziel gesetzt, den ehemaligen holländischen Fischtrawler „Iuventa“ wieder so weit auf Vordermann zu bringen, dass er zur Rettung in Seenot geratener Flüchtlinge vor der libyschen Küste eingesetzt werden kann.

Seit gut vier Wochen ist der Velberaner, der 2007 am Georg-Büchner-Gymnasium sein Abitur gemacht hat, nun schon an Bord der „Iuventa“. Von Emden haben die Vereinsmitglieder das Schiff nach Holland überführt, wo es nun bis zu seiner Weiterfahrt nach Malta im Hafen liegt. Von dort aus soll dann der erste Rettungseinsatz im Mittelmeer erfolgen. „Wir haben im Moment keinen Maschinisten“, sagt Stürzekarn. Deswegen liege das Schiff aktuell fest. Doch das junge Team sei guter Dinge, dass sie bald einen Ersatz fänden. Stürzekarn selbst ist für alles auf dem Schiff zuständig, was mit Elektronik und Informationstechnologie zu tun hat. „Alles, was einen Stecker hat, ist bei mir richtig“, erläutert der Wirtschaftsinformatiker. Dazu zählen auch sämtliche nautischen Geräte auf der Brücke.

130 000 Euro hat der Verein für den Erwerb der „Iuventa“ investiert. Finanziert ist der Kauf des Schiffes durch Spenden. „Wir sind auf Spenden angewiesen. Etwa 40 000 Euro kostet es jeden Monat, das Schiff in Betrieb zu halten“, sagt Stürzekarn. Besonders benötigten sie dauerhafte Spenden. Wer mehr über den Verein Jugend rettet erfahren möchte, kann sich unter jugendrettet.org darüber informieren. Alle, die den Verein mit einer Spende unterstützen möchten, finden auf der Homepage die Bankverbindung.

Von Sandra Remmer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr aus Nachrichten
doc6slmj2u40cglbrsml5g
Basteln zwischen Sä­ge­spä­ne und Spekulatius

Fotostrecke Seelze: Basteln zwischen Sä­ge­spä­ne und Spekulatius