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Verein Qualle macht mobil gegen Badschließung

Letter Verein Qualle macht mobil gegen Badschließung

Ein Verein wird aktiv: Mit Unterschriftenlisten, Faltblättern und einem Aufruf im sozialen Netzwerk Facebook kämpft der Förderverein des Hallenbades Letter, Die Qualle, für den Erhalt der Einrichtung an der Ludwig-Jahn-Straße.

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Signatur gegen die Schließung: Fleischereimitarbeiterin Cornelia Pamperin unterschreibt für den Erhalt der Qualle.

Quelle: Sandra Remmer

Seelze. Wer in den vergangenen Tagen und Wochen in Letter einkaufen gegangen ist, dürfte an einem Thema nicht vorbeigekommen sein: Die mögliche Schließung des Bades Qualle aufgrund von Sparvorgaben der Finanzaufsicht wird viel diskutiert. Ob beim Bäcker, beim Schlachter oder im Drogeriediscounter - überall liegen Unterschriftenlisten aus und fordern dazu auf, per Signatur gegen die Schließung der 1973 gebauten Schwimmhalle zu protestieren. Die daneben ausgelegten Faltblätter geben die nötigen Informationen dazu.

„Die Schulen, die Kinder, die Schwimmkurse - dafür muss das Bad erhalten bleiben“, findet Cornelia Pamperin, Mitarbeiterin der Fleischerei Jende. Wie ihre Kollegin Kathrin Krause hat auch sie sich in die Liste eingetragen, die in dem Laden ausliegt. Beide bezweifeln, dass der Schul- und Schwimmsport im Fall einer Schließung der Qualle einfach im Sportschwimmbecken der Kristalltherme in Seelze weiterlaufen kann. „Das ist schon ein Problem mit dem Hinkommen, hier ist die Schule nebenan“, sagen sie.

Auch die Sportgemeinschaft (SG) Letter 05 versucht, per Unterschriftenlisten die Schließung des Bads zu verhindern. Aktuell haben Vorstand und Schwimmsparte ein Anschreiben an die Spartenleiter mit der Bitte verschickt, die beiliegenden Unterschriftenlisten für den Erhalt der Schulschwimmhalle an Übungsleiter und Mitglieder weiterzuleiten. Zudem werden Abteilungsleiter und Mitglieder dazu aufgefordert, an der nächsten Sitzung des Ausschusses für Bildung und Freizeit am Dienstag, 10. November, sowie der nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 26. November, teilzunehmen. Auf der Internetplattform Facebook hat unter facebook/schulschwimmhalle eine rege Diskussion um die Schließung der Qualle begonnen.

Bereits am vergangenen Freitag hatte die Schülerin Sara Scholl vom Georg-Büchner-Gymnasium 823 Unterschriften von Schülern und Lehrern für den Erhalt des Bades an Achim Golinski und Matthias Stehr vom Förderverein Die Qualle überreicht.

„Nur Verschlechterungen für die Bürger“

Die Sparvorschläge der Stadt, um im Gegenzug finanzielle Hilfe vom Land zu erhalten, schaden Seelze und insbesondere dem Ortsteil Letter. Dieser Ansicht ist Petra Scholl vom Verein Letter fit. Sie hat sich in einem offenen Brief an den Rat gewandt. Scholl zeigt sich entsetzt über die Vorschläge und bittet die Politiker, ihre Kontrollfunktion gegenüber der Verwaltung wahrzunehmen. Scholl hält die Sparvorschläge für misslungen. Sie brächten nur Verschlechterungen für die Bürger. Ihre Kritik im einzelnen:

Steuererhöhungen: Ein Hebesatz der GrundsteuerB mit 600 Punkten würde über dem von München oder Hamburg liegen. Den Mehreinnahmen würden Mehrausgaben beim Wohngeld gegenüber stehen.

Kita-Gebühren : Wenn Eltern20 Prozent mehr zahlen müssten, lohne sich für manche die Berufstätigkeit nicht mehr. Es müsse dann zu viel Geld für die Betreuung ausgegeben werden.

Schließung der Qualle: Das Bad wird von Ehrenamtlichen geführt. Bei einer Aufgabe würde das Ehrenamt „mit Füßen getreten“. Die von der Stadt als notwendig erachteten Sanierungsmaßnahmen seien durch nichts belegt. In der Vergangenheit habe die Verwaltung bereits mit „astronomischen Zahlen“ für die Dachsanierung argumentiert und sei dann widerlegt worden. Bürger, Handwerker und Ehrenamtliche hätten die Arbeiten kostengünstig ausgeführt. Ist das Bad dicht, müsse die Stadt Geld ausgeben, um Schüler zu anderen Bädern zu fahren.

Aufgabe des Alten Rathauses: Die Stadt würde auf Miete von Volkshochschule und Musikschule verzichten. Zudem entstünden Mehrausgaben für das Mieten von Räumen für Sitzungen und die Sprechstunde des Ortsbürgermeisters. Mit dem Abriss des Hauses und einer engen Wohnbebauung des Grundstücks – wie von der Stadt geplant – würden der Ortsmittelpunkt verschwinden und der Platz für Feste fehlen.

Schließung des Bürgerbüros: Es wäre besser, die Öffnungszeiten des Büros im Alten Rathaus zu erweitern. Würde es aufgegeben, müssten die Letteraner nach Seelze fahren. Die Fahrkarte könne sich nicht jeder leisten.

von Sandra Remmer und Treeske Hönemann

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