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Ortsrat startet mit einem Streit

Seelze Ortsrat startet mit einem Streit

Die neue Wahlperiode begann mit einem Konflikt: Zum Stellvertreter vom wiedergewählten Ortsbürgermeister Erhard Klein (SPD) wurde Marc Oliver Alves (SPD) bestimmt. Damit wurde nach Meinung der CDU ein ungeschriebenes Gesetz gebrochen: Üblicherweise stelle die zweitstärkste Fraktion den Stellvertreter.

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Der neue Ortsrat in Velber: Birgit Tesic-Kurth (von links), Gerold Papsch und Bastian Flebbe von der CDU sowie Karin Albrecht, Michaela Dumke, Erhard Klein und Marc Oliver Alves von der SPD.

Quelle: Rebecca Hürter

Velber. Zunächst schien die erste Ortsratssitzung am Dienstag ohne Schwierigkeiten zu verlaufen: Klein wurde einstimmig von seinen vier Parteikollegen und den drei Abgeordneten der CDU als Ortsbürgermeister gewählt. Doch nach der Wahl zu Kleins Stellvertreter fielen böse Worte vonseiten der CDU: "Herr Klein ist link", ärgerte sich Gerold Papsch, "Wir fühlen uns in die Irre geleitet", sagte Birgit Tesic-Kurth. Nach der Nominierung von Gerold Papsch als Stellvertreter stellte die SPD überraschend Alves als Gegenkandidaten auf.

Norbert Seiffert (CDU) verließ nach Verkündung des vorhersehbaren Sieges von Alves mit vier der sieben Stimmen den Sitzungssaal. Er sollte nach den Wahlen für seinen Einsatz geehrt werden. Seit 1974 saß Seiffert im Ortsrat, 30 Jahre war er Ortsbürgermeister. "Wir haben das immer so gehandhabt, dass der Stellvertreter von der zweitstärksten Fraktion gestellt wird. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz", betonte Seiffert nach der Sitzung. Er erinnerte zudem daran, dass Papsch nach Klein die meisten Wählerstimmen in Velber gewonnen hat.

Papsch betonte, dass die Wahl rechtens sei: Die Zusammenarbeit im Ortsrat werde dennoch durch die Aufstellung von Alves mit einer linken Tour begonnen und starte mit einem Zerwürfnis. Papsch kritisierte vor allem, dass die CDU nichts von den Plänen der SPD gewusst hätte: "Sonst wären wir nicht angetreten", so Papsch.

Die Mitglieder der SPD haben sich nach Angaben von Karin Albrecht darüber gefreut, dass ein junger Mensch aus ihren Reihen Interesse zeigt, Verantwortung zu übernehmen: Alves hätte bei einem Treffen der SPD-Fraktion seine Kandidatur angeboten. Klein verwies zudem auf eine E-Mail, in der Papsch vor einigen Wochen mitgeteilt habe, dass er kein weiteres Amt übernehmen wolle. Papsch empörte sich daraufhin, dass die E-Mail an Parteikollegen gerichtet gewesen wäre und Klein nur versehentlich im Verteiler gelandet sei. Dieser Fehler sei Klein bekannt gewesen.

Nach Angaben von Klein fiel die Entscheidnung für die Gegenkandidatur erst eine Stunde vor Sitzungsbeginn. Dass es keine Abstimmung mit der CDU gab, erwies sich nach Angaben des Ortsbürgermeisters als Fehler. Nach der Sitzung sei der CDU von allen Mitgliedern der SPD mehr Offenheit und Transparenz zugesagt worden.

Von Rebecca Hürter

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