Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Zahlt die Stadt überhöhte Mieten?

Seelze Zahlt die Stadt überhöhte Mieten?

Zahlt die Stadtverwaltung Seelze überhöhte Mieten, um Wohnungen für Flüchtlinge zu akquirieren? Nein, sagt die Stadt, sie bleibe „im üblichen Rahmen“. Gleichzeitig bestätigt sie, Grundstücke für alternative Lösungen wie Container zu suchen. Der Druck auf die Verwaltung wächst.

Voriger Artikel
Stadt vernichtet Unkraut mit heißem Dampf
Nächster Artikel
Astrid-Lindgren-Schule wird ausgezeichnet
Quelle: Symbolbild

Seelze. Eine alleinerziehende Mutter von vier Kindern hat zu einem nicht existierenden Datum, den 31. Februar 2016, von ihrem Vermieter die Kündigung erhalten. Sie mutmaßt jetzt, dass ihre Wohnung Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden soll - zu einer nahezu doppelt so hohen Miete. Eine Wohnung im Haus ist bereits an die Stadt vermietet. Die Frau führt ihre Vermutung auf Gespräche mit dem Vermieter zurück. Dieser widerspricht dem Vorwurf seiner Mieterin jedoch. Die Kündigung habe private Gründe, die nicht in die Öffentlichkeit gehörten, sagt er.

Die Stadtverwaltung weist den Verdacht ebenfalls zurück. „Der Vermieter hatte uns eine Wohnung angeboten, die wir auch genommen haben“, sagt Stadtsprecherin Martina Krapp. Die Miete sei genauso hoch wie zuvor, betont sie. Tatsächlich sei die erste Wohnung zuvor von der Hartz-IV-Empfängerin genutzt worden, die in dem Gebäude zwei Wohnungen in Anspruch genommen hatte.

Das Jobcenter habe aber nicht für zwei Wohnungen zahlen wollen. Dass der Vermieter nun der Mutter von vier Kindern auch ihre verbliebene Unterkunft gekündigt habe, sei der Stadt nicht bekannt gewesen, versichert Krapp. „Wir wissen auch nicht, was der Vermieter mit dieser Wohnung vorhat“, sagt sie.

Die Aussage der alleinerziehenden Mutter, dass sich die Verwaltung das große Grundstück genau angeschaut habe, bestätigt Krapp dagegen. „Wir schauen uns im gesamten Stadtgebiet um.“ Es gehe darum, Flächen für Mobilhomes oder Container zu finden, um Flüchtlinge unterbringen zu können, wenn es nicht mehr genug Wohnungen gebe.

Inzwischen hat die Mieterin Unterstützung erhalten: Der Mieterschutzbund hält die ausgesprochene Kündigung für unwirksam, weil der Vermieter in seinem Schreiben keine Begründung für die Auflösung des Mietverhältnisses genannt hatte.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Von Redakteur Thomas Tschörner

doc6sms57artkw1m1ujcerv
Adventswochenende klingt musikalisch aus

Fotostrecke Seelze: Adventswochenende klingt musikalisch aus