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Zu hohes Grundwasser stört die Totenruhe

Seelze Zu hohes Grundwasser stört die Totenruhe

Der Grundwasserpegel auf den Friedhöfen in Harenberg und Velber ist zu hoch. Eine bodenkundlich hygienische Grundlagenuntersuchung hat ergeben, dass die Feuchtigkeit den natürlichen Verwesungsprozess der Leichen behindert. Die Stadt nimmt deshalb an verschiedenen Stellen Messungen vor. 

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Der hohe Grundwasserpegel auf dem Friedhof wird zunehmend zum Problem. 

Quelle: Sandra Remmer

Harenberg.  Es ist wahrhaftig kein schöner Anblick, der sich den Mitarbeitern beim Ausheben einer Grabstätte auf den Friedhöfen in Harenberg und Velber geboten hat: 25 Jahre nach der Bestattung sollten bei normaler Verwesung eigentlich keine sterblichen Überreste mehr zu sehen sein, doch das war bei vielen Gräbern in Harenberg und Velber anders. „Die Bewertung des Leichenabbaus in dem von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachten hat ergeben, dass dort keine geordnete Verwesung stadfunden hat“, sagt Katrin Faesel, die Leiterin der Abteilung Stadt-, Grünplanung- und Umweltschutz.

Messstellen für Grundwasser eingerichtet

Um genaue Auskunft über die Höhe des Grundwassers zu erhalten, hat die Stadt an verschiedenen Stellen sogenannte Grundwassermessstellen auf den Friedhöfen eingerichtet, die einmal in der Woche den Wasserstand messen. Auf dem Friedhof in Velber hat die Stadt inzwischen eine bereits vorhandene Drainage sowie eine Pumpe gewartet und gespült, sodass dadurch erste Verbesserungen erreicht werden konnten.

Auch in Harenberg gibt es eine sogenannte Runddrainage, die jedoch nicht mehr funktionsfähig ist. "Die Verwaltung wird nun prüfen, was an technischer Veränderung notwendig ist, um wieder funktionierende Prozesse sicher zu stellen und den Friedhof dort weiter betreiben zu können", sagte Stadtsprecher Carsten Fricke. Denkbar sei es, nicht nur eine Drainage einzubauen, sonderna uach mehrere Bäume zu pflanzen, die das Wasser durch ihre Wurzeln aufnehmen. Ein entsprechendes Ingenieurbüro sei bereits beauftragt. Fakt sei aber auch, dass die Investitionen in die Gebührenkalkulation für Friedhöfe einbezogen werden, sagt Faesel. Am Ende laufe die Zukunft des Friedhofs auf eine politische Entscheidung heraus.

Ungeeigneter, stark lehmhaltiger Boden

Insgesamt acht Friedhöfe betreibt die Stadt Seelze im gesamten Stadtgebiet. Der Friedhof in Harenberg ist etwa 6000 Quadratmeter groß. Zwischen 2006 und 2015 wurden dort 108 Menschen bestattet. "Nach heutigem Kenntnisstand würde niemand an dieser Stelle mehr einen Friedhof anlegen", berichtet Faesel. Der völlig ungeeignete, stark lehmhaltige Boden dort sei ein K.O.-Kriterium. Doch in den 50er Jahren, als der Friedhof angelegt wurde, hatte man dieses Wissen noch nicht. Mit der Gebietsreform fiel der Friedhof dann in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Seelze, die nun vor dem Problem steht, den hohen Grundwasserpegel an dieser Stelle zu senken.

Von Sandra Remmer

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