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14 Spielplätze kommen weg

Sehnde 14 Spielplätze kommen weg

Nach der Devise „Qualität vor Quantität“ will die Stadt 14 ihrer 54 Spielplätze in sieben Ortsteilen aufgegeben. Dafür sollen die anderen aufgewertet werden. Hintergrund: Die Zahl der Kinder bis 14 Jahre ist in Sehnde seit dem Jahr 2000 um mehr als acht Prozent zurückgegangen.

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Auch die Spielplätze im Amselweg in Müllingen (Bild) und am Tegtkamp in Bilm stehen auf der Streichliste und sollen geschlossen werden - aber nur, wenn kein Bedarf mehr besteht.

Quelle: Kühn

Sehnde. 200.000 Euro gibt die Stadt pro Jahr für die Unterhaltung ihrer 54 Spielplätze aus - doch viele entsprechen nicht mehr den heutigen Standards oder werden kaum genutzt. Nach der Devise „Qualität vor Quantität“ sollen deshalb 14 Plätze in sieben Ortsteilen aufgegeben werden. Nach Diskussionen in den Ratsgremien und Ortsräten liegt nun eine Liste der betroffenen Plätze vor.

Es ist nicht das erste Mal, dass Spielplätze geschlossen werden. 2008 war dies etwa in der Hugo-Remmert-Straße in Ilten sowie beim Spielplatz Kleiner Mühlenberg in Bolzum der Fall. Bei der Fortschreibung wurde beschlossen, dass pro Jahr ein Spielplatz aufzuwerten und dafür ein anderer aufzugeben sei. Hintergrund ist, dass die Zahl der Kinder bis 14 Jahre in Sehnde seit dem Jahr 2000 um mehr als 8 Prozent zurückgegangen ist - obwohl die Bevölkerungszahl leicht steigt.

Kommentar

Die Stadt will rund ein Viertel ihrer 54 Spielplätze aufgeben, – das hört sich im ersten Moment unerhört an. Aber das an Einwohnern fast doppelt so große Lehrte hat nur 51. Und auf den zweiten Blick scheint die Devise „Qualität vor Quantität“ vernünftig zu sein. Die Kinderzahlen gehen zurück, viele Flächen liegen entweder an Ortsrändern und sind wenig attraktiv, kaum genutzt oder liegen in Einfamilienhaussiedlungen mit eigenen Gärten zum Spielen. Weil die Unterhaltungskosten gleich bleiben und Geräte umgesetzt werden, werden die verbleibenden Plätze deutlich attraktiver. Dafür geht man doch auch mal ein Stück weiter, oder?

Deshalb hat die Stadt noch einmal alle Spielplätze untersucht und bewertet - aber nur Flächen, auf denen Geräte stehen, darunter auch einige Schulhöfe. Nicht einbezogen wurden Bolzplätze, Bouleplätze und Spielwiesen. Diese seien aber auch von Kindern nutzbar, sodass die Empfehlung von zwölf Quadratmetern pro Kind wieder eingehalten werde, sagt Monika Sprengel vom Sachgebiet Grünflächen und Umwelt.

Außerdem werde der Kostenaufwand nicht zurückgefahren, betont Sprengel - damit können die weiter bestehenden Spielplätze deutlich besser unterhalten werden. Die Stadt will dennoch nach dem neuen Konzept bis 2020 rund 34.000 Euro an Kosten sparen.

Derzeit haben 3310 Kinder in Sehnde je 15,6 Quadratmeter Spielfläche zur Verfügung. Der kleinste Spielplatz ist der Schulhof in Höver mit 155 Quadratmetern, der größte jener am Südtorfeld in Sehnde mit 4480 Quadratmetern. Der Mittelwert aller Flächen beträgt 953 Quadratmeter. Sehr unterschiedlich ist auch die Auslastung: Während in Wirringen nur 17 Kinder pro Platz spielen, sind es in Ilten 110 (Mittelwert: 61 Kinder).

Die von der Stadt vorgelegte Liste hatten einige Ortsräte bemängelt, woraufhin die Verwaltung diese überarbeitet und die Anregungen aus den Dörfern übernommen hatte. Lediglich die geplante Aufgabe der Spielplätze am Tegtkamp in Bilm und im Amselweg in Müllingen weichen von den Ortsratsbeschlüssen ab.

Der Stadtentwicklungsausschuss hat dem Vorschlag der Verwaltung trotzdem zugestimmt - allerdings mit der Bedingung, vor der geplanten Schließung 2020 den konkreten Versorgungsbedarf noch einmal zu überprüfen. „Eine gute Lösung“, wie der Ausschussvorsitzende Hartmut Völksen befand.

Zwei Plätze werden vor Aufgabe nochmal überprüft

Die 14 Spielplätze, die bis zum Jahr 2020 nach und nach aufgegeben werden sollen, stehen fest. Sechs sollen schon in diesem Jahr an die Reihe kommen.

Bolzum: Spielplatz Schmiedestraße (Aufgabe: 2015, Nachnutzung: Fläche verkaufen).

Höver: Bürgermeister-Köhler-Straße (2015, Fläche beibehalten und als Bouleplatz ausbauen) sowie Im Stiegfeld (2017, Fläche verkaufen).

Sehnde: Albert-Schweitzer-Straße (2015, Wartezone an der Bushaltestelle soll erweitert werden); Heidering (2015, Fläche verkaufen); Maschwiese (2015, Fläche verkaufen); Röntgenweg (2015, Fläche verkaufen); Hermann-Löns-Weg (2018, Fläche verkaufen) und Marienburger Straße (2019, Fläche verkaufen).

Ilten: Lindhorstweg (2017, öffentlicher Grünzug); An der Kleewiese (2019, Fläche verkaufen).

Wehmingen: Vor dem Berge (2018, Fläche verkaufen). Sonderfälle sind die Spielplätze in Bilm am Tegtkamp sowie in Müllingen am Amselweg. Diese sollen 2020 aufgegeben werden und zum öffentlichen Grünzug beziehungsweise verkauft werden. Der Stadtentwicklungsausschuss hat jedoch beschlossen, kurz vor der Aufgabe noch einmal konkret den Bedarf zu überprüfen und gegebenenfalls den Beschluss zurückzunehmen. Teilweise muss bei einem Verkauf auch der Bebauungsplan geändert werden.

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