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15 Rinder verbrannt: Peta stellt Strafanzeige

Nach Großfeuer in Dolgen 15 Rinder verbrannt: Peta stellt Strafanzeige

Bei einem Großfeuer in der vergangenen Woche in Dolgen sind 15 Rinder verbrannt. Tierschutzaktivisten von Peta haben jetzt Strafanzeige gegen den Landwirt gestellt - der Tod der Tiere sei durch unzureichenden Brandschutz möglicherweise billigend in Kauf genommen worden.

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Hier starben 15 Zuchtrinder: Die ausgebrannte Scheune im Ortskern von Dolgen.

Quelle: Achim Gückel (Archiv)

Sehnde. Die 15 Tiere seien qualvoll im Feuer erstickt oder bei vollem Bewusstsein verbrannt, sagt Edmund Haferbeck. Er ist der Leiter der Rechtsabteilung bei der Organisation Peta Deutschland in Stuttgart und erhebt schwere Vorwürfe. „Jedes Tier, dass bei einem Brand im Stall starb, wurde grob fahrlässig getötet“, meint er. Und leider steige die Anzahl von Stallbränden geradezu dramatisch an. Haferbeck spricht unter anderem von „Sorglosigkeit“ im Umgang mit den Tieren und einem „gesetzlosen Zustand“ bei den Brandschutzverordnungen. Bei Peta sei die Verzweiflung über diesen Zustand groß, meint Haferbeck. Daher sei seine Organisation im Sommer 2014 dazu übergegangen, Strafanzeigen gegen die Eigentümer ausgebrannter Ställe zu stellen. „Wir wollen zeigen, dass wir ein Auge drauf haben“, sagt der Peta-Mitarbeiter.

Etwa 30 solche Anzeigen seien bereits auf den Weg gebracht worden. Peta orientiere sich dabei stets an der Berichterstattung in der Presse über Stallbrände, nicht aber an eigenen Beobachtungen. Im Fall des Dolgener Feuers habe man die Strafanzeige nun an die Staatsanwaltschaft Hildesheim übermittelt.

Eine Scheune im Ortskern des Sehnder Stadtteils Dolgen ist in Flammen aufgegangen. 

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„Eine Anzeige stellen darf jeder. Aber in diesem Fall brauchen wir nicht das Zutun von Peta“, sagt Christina Pannek, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim. Bei Großbränden werde ohnehin polizeilich ermittelt. Wenn sich dabei der Anfangsverdacht auf eine Straftat (Brandstiftung) oder Hinweise auf Fahrlässigkeit gebe, werde die Staatsanwaltschaft tätig und setzte ein Strafverfahren in Gang.

Landwirt Carsten Dröse betont unterdessen, dass er „seine Tiere nie einer unnötigen Gefahr aussetzen würde“. Dem Hänigser gehört die Hofstelle in Dolgen, in deren Scheune die 15 Rinder standen - allesamt wertvolle Zuchttiere der Rasse Deutsch Angus.

Sein Vater und ein auf dem Hof wohnender Mieter hätten zunächst noch versuchen wollen, die Tiere aus der brennenden Scheune zu retten, sagt Dröse. Doch die Feuerwehr habe die Männer davon abgehalten. Dröse kann das Verhalten der Einsatzkräfte nachvollziehen: „Dass sich Menschen in Gefahr bringen, wäre noch viel schlimmer gewesen“, sagt er.

Bei dem Brand am Montagabend vergangener Woche waren laut Polizei rund 50 000 Euro Schaden entstanden. Mehr als 160 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Als Ursache wird ein technischer Defekt in einem Trecker angenommen, der unter dem Vordach stand und Feuer fing.

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