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Kokain im Schrank, Pistole unterm Kopfkissen

Sehnde Kokain im Schrank, Pistole unterm Kopfkissen

Wegen des Handels mit mindestens 4 Kilogramm Kokain und unerlaubtem Waffenbesitz muss sich ein 30-Jähriger jetzt vor dem Landgericht Hildesheim verantworten. Gestern wurden vor allem Zeugen vernommen. Weitere Verhandlungen sind am 15. und 16. Mai geplant.

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Wegen Handels mit Kokain und unerlaubtem Waffenbesitz muss sich ein 30-Jähriger vor dem Landgericht Hildesheim verantworten.

Quelle: Dröse (Archiv)

Sehnde. Unglaubliche Vorfälle haben sich offenbar im vergangenen Jahr in Sehnde abgespielt: Laut Anklage soll ein in Sehnde wohnhafter 30-Jähriger in mindestens vier Fällen jeweils ein Kilogramm Kokain in seine Wohnung gebracht haben. Dort soll er das Rauschgift dann portioniert und abgepackt haben, um es anschließend weiterzuverkaufen. Dabei soll der Mann eine scharfe und geladene Schusswaffe der Marke Walther PPK mit sich geführt haben.

Bei einer Durchsuchung der Wohnung des 30-Jährigen am 23. November vergangenen Jahres schnappte dann die Falle zu: Die Beamten fanden im Schlafzimmerschrank des Angeklagten insgesamt 195 Gramm sogenanntes Steinkokain. Steinkokain ist sehr reines Kokain. "Es wird meist mit anderen Mitteln wie Milchpulver gestreckt und dann weiterverkauft", erklärt Philipp Suden, Sprecher des Landgerichts Hildesheim.

Unter dem Kopfkissen des Mannes entdeckten die Polizisten bei der Durchsuchung zudem eine geladene Pistole. Weiterhin lag im Schlafzimmerschrank des Angeklagten noch griffbereit eine Machete. Ebenso wie das Kokain wurden auch die Waffen sofort beschlagnahmt.

In der Sehnder Wohnung hatte der Angeklagte zudem 15.000 Euro Bargeld sowie Schmuck und mehrere hochwertige Uhren der Marken Rolex und Breitling gebunkert. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte das Bargeld und die Uhren mit den Erlösen aus Dealgeschäften erlangt hat. Deshalb wurde die Einziehung des Geldes und des Schmuckes beantragt.

Der Angeklagte wurde nach der Durchsuchung am 23. November des vergangenen Jahres festgenommen. Wegen Fluchtgefahr sitzt der 30-Jährige seitdem in Untersuchungshaft. Laut Landgerichtssprecher Suden ist noch nicht klar, ob der Mann selbst drogenabhängig ist und mit dem Drogenhandel seine eigene Abhängigkeit finanzierte.

Beim gestrigen Prozessauftakt hat der Verteidiger des Angeklagten zunächst die Aussetzung des Verfahrens beantragt. Die  Verteidigung habe bestimmte Aktenbestandteile bislang noch nicht zur Einsicht übersandt bekommen, hieß es in der Erklärung. Zudem seien bestimmte Spuren bislang noch nicht abschließend ausgewertet worden. Erst wenn dies erfolgt sei, ist laut Gerichtssprecher Suden eine Aussage des Angeklagten geplant.

Am ersten Prozesstag wurde zunächst eine Zeugin aus dem weiteren Umfeld des Angeklagten vernommen. Die Vernehmung weiterer Zeugen ist für Montag, 15. Mai, vorgesehen. Daneben werde die Kammer aber noch weitere Beweismittel heranziehen, erklärt Suden. Da dies einige Tage in Anspruch nehmen werde, seien neben dem 15. Mai und dem 16. Mai zwei weitere Hauptverhandlungstage für den 29. Mai und den 12. Juni anberaumt worden.

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Von Redakteur Patricia Oswald-Kipper

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