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AfD: Kandidaten angefeindet

Sehnde AfD: Kandidaten angefeindet

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat bei den Kommunalwahlen vier Sitze im Sehnder Rat errungen - kann davon aber mangels Kandidaten nur drei besetzen. Das habe vor allem mit massiven Anfeindungen zu tun, sagt der neue Ratsherr Siegfried Reichert, der nach eigener Aussage bereits sechs Strafanzeigen gestellt hat.

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Die AfD könnte im Sehnder Rat vier Sitze belegen - hat aber nur drei Kandidaten. Der Grund für den Personalmangel, so sagt Neu-Ratsherr Siegfried Reichert, sind die zahlreichen Anfeindungen im Ort.

Quelle: dpa

Sehnde. Kandidaten hätte es schon gegeben, sagt Reichert, auch wenn man nicht mit einem so großen Erfolg gerechnet habe. „Aber eine Reihe von Mitgliedern hatte Angst, sich zu bewerben, weil sie Nachteile für sich und ihre Familien befürchteten.“ So sei der bei einer Bank angestellten Frau eines Mitglieds angedeutet worden, dass sie berufliche Nachteile in Kauf nehmen müsse, falls ihr Mann zur Wahl antrete. Andererseits habe man so etwas für das Parteimotto „Politik halbieren, Polizei verdoppeln“ getan: „Wir haben schon mal einen Sitz abgebaut.“

Die Ortsräte dagegen habe man tatsächlich wegen der geringen Mitgliederzahl nicht besetzen können. Vermutlich hätte die AfD auch Erfolg gehabt: In Gretenberg etwa wählten 24,5 Prozent die Partei, obwohl sie dort gar nicht angetreten war. Derzeit hat der Kreisverband Hannover-Land 225 Mitglieder.

Schon als er vor den Wahlen auf dem Sehnder Marktplatz Unterstützerunterschriften gesammelt habe, sei er von Passanten als „Nazi“ beschimpft worden. „Da muss man Rückgrat haben“, meint Reichert.

Während des Wahlkampfs seien zudem viele Plakate gestohlen worden, etwa in Sehnde, Wassel, Evern und Rethmar. „Dafür habe ich schon sechs Strafanzeigen gestellt“, sagt Reichert. In Lehrte seien fast 80 Prozent aller Plakate entwendet oder beschädigt worden.

Diese Stimmungslage führe dazu, dass fast kein Gastwirt mehr sein Lokal für Veranstaltungen zur Verfügung stellen wolle. „Wir wollen in Sehnde aber einen regelmäßigen öffentlichen Stammtisch etablieren“, sagt Reichert. „Mal sehen, ob wir einen Gastwirt finden.“

Im Rat wolle seine Partei „Gegenpositionen aufbauen“, aber auch sachlich mitarbeiten. Ein Schwerpunkt sei die innere Sicherheit.

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