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Am Kaliberg ist noch ein Platz frei

Sehnde Am Kaliberg ist noch ein Platz frei

Ob es demnächst zwischen Kaliberg und Mittellandkanal Storchennachwuchs gibt, wird die Zeit zeigen. Naturschutzbund (Nabu), Jägerschaft Bolzum und Realverband haben mit der Errichtung eines Storchennestes jedenfalls Voraussetzungen dafür geschaffen.

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Das Storchennest ist geweißelt, damit die Vögel denken, es sei schon einmal belegt gewesen.

Quelle: r

Sehnde. Imposant sieht es aus, das von Menschen geschaffene Weidengeflecht, 1,50 Meter im Durchmesser. Es ruht auf einem von Wolfgang Losse geschweißten Metallgitter und ist fest auf einem acht Meter hohen Mast verankert. Diesen haben Gerd Lehrke und seine Mitstreiter Manfred Langeloh, Gerald Lehrke, Henning und Marvin Busch fest auf seinem Grund und Boden in Sichtweite des Kalibergs direkt neben dem Gelände der K+S einbetoniert. Geweißelt ist das Nest auch: „Damit es den Anschein erweckt, dass es schon einmal benutzt wurde. Denn Störche gehen lieber in alte Nester“, sagt der Landwirt Gerd Lehrke. Auch auf genügend Abstand zum nächsten regelmäßig besetzten Nest in Arpke habe man geachtet.

„Die Idee, eine Nisthilfe einzurichten, gab es schon vor zehn Jahren“, sagt Herbert Deters- Eickemeyer vom Nabu. Damals habe der Storchenbeauftragte der Region, Reinhard Löhmer, jedoch davon abgeraten. Nun habe man erneut Kontakt zu ihm aufgenommen und seine Ratschläge befolgt.

„Vom Lkw-Verkehr lassen sich die Tiere nicht stören“, ist Deters-Eickemeyer überzeugt. Und die geplante großräumige Renaturierung der Kalihalde sei in diesem Bezug sicherlich auch dienlich. K+S-Betriebsleiter Ingo Bartelt begrüßt die Aktion ebenso wie Gudrun Keller von der Stadt Sehnde, die sich mit 250 Euro an den Materialkosten beteiligt.

„Wir freuen uns über jeden, der sich für die Natur einsetzt“, sagt Keller. Und Lehrke ergänzt: „Am besten ist es, wenn die Leute ganz nah dran sind und sich damit identifizieren. Ohne Herzblut geht es nicht.“

Von Sandra Köhler

Die Zahl der Störche in der Region Hannover nimmt stetig zu

Unsere Mitarbeiterin Sandra Köhler hat mit Dr. Reinhard Löhmer, dem Storchenbeauftragten der Region Hannover, gesprochen. Wie viele Störche gibt es in der Region? Heute sind es 50. Vor zehn Jahren war die Population nur halb so stark. Es gibt eine enorme Dynamik im Bestand. Störche sind heute frühreifer: Sagte man früher, sie brüten mit drei bis fünf Jahren das erste Mal, sind jetzt 10 Prozent der Zweijährigen in Brut. Wie sieht ein Storchrevier aus?

Störche, besonders solche mit Nachwuchs, brauchen ein üppiges Nahrungsangebot- vom Regenwurm bis zur Feldmaus. Da sie über die Fläche schauen, benötigen sie Grünland wie Weiden oder Wiesen. Weil bei Störchen Kämpfe um Nester an der Tagesordnung sind, entfernt sich der Partner des brütenden Tiers in der Regel nicht weiter als 1000 bis 2000 Meter. Erwarten Sie, dass das neue Nest angenommen wird? Das ist schwer zu sagen. Zuletzt gab es vor 50 bis 60 Jahren Störche am Mittellandkanal. Mit der Veränderung in Richtung Kulturland und Ackerbau wurde ihnen der Lebensraum entzogen. Die Bedingungen sind in Auenlandschaften wie an der Leine und Fuhse deutlich günstiger. Aber da Störche mittlerweile auch da brüten, wo man es nicht erwartet: Versuchen kann man es.

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