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Prozess gegen Zündler von Haimar beginnt

Sehnde Prozess gegen Zündler von Haimar beginnt

Er war in jener Nacht alkoholisiert. Er sieht es gern brennen. Und er hat in Vernehmungen die Tat bereits zugegeben. Am 9. März beginnt der Prozess gegen den 43-jährigen Mann aus Haimar, der vor wenigen Monaten offenbar versucht hat, in seinem Dorf ein Mehrfamilienhaus in Brand zu setzen.

Haimar. Die Tat hat viele Menschen im Sehnder Stadtgebiet und darüber hinaus schockiert. Nicht allein, weil der Täter das Feuer an der Eingangstür des Hauses mit einem selbstgebastelten Molotowcocktail in Gang setzte, sondern weil in dem Gebäude auch Flüchtlinge leben. Für kurze Zeit herrschte der Eindruck, die Brandstiftung sei eine gezielte, fremdenfeindliche Tat. Doch sehr schnell wurde der 43-Jährige als Täter ausgemacht. Er gab zu, dass er es gern habe, wenn es brenne. Er handle zwanghaft und habe daher auch anderswo schon gezündelt. Hass gegen Flüchtlinge spiele für den Mann keine Rolle, gab auch die Polizei sehr schnell bekannt.

Nun wird dem Haimarer der Prozess gemacht. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: schwere Brandstiftung. Einiges deutet darauf hin, dass die Wahrheitsfindung nicht lange dauern wird. Die Beweise seien erdrückend, hieß es schon wenige Tage nach der Tat. Am Landgericht Hildesheim sind nun nur zwei Verhandlungstage angesetzt. Schon am 23. März soll das Urteil gesprochen werden.

In dem Prozess wird es vermutlich auch darum gehen, inwieweit der 43-Jährige zur Tatzeit Herr seiner Sinne war. Denn der Haimarer war in jener Nacht zum 1. November stark alkoholisiert. Er hatte zuvor bei einer Veranstaltung im Dorf gezecht und war dann mit zu dem Haus an der Mehrumer Straße gegangen, in dem damals  fünf Familien wohnten, zwei davon aus Montenegro. Das Feuer, dass er mit dem Molotowcocktail entzündete, schlug auf die Eingangstür über. Zufällig vorbeikommende Passanten konnten die Flammen schnell löschen.

Der Angeklagte machte bei seiner Vernehmung gleich reinen Tisch. Er habe auch weitere Brandstiftungen begangen, sagte er. Unter anderem an der Alten Schmiede in Haimar. Diese Taten werden in dem nun anstehenden Prozess jedoch nicht verhandelt. Laut Christina Pannek von der Staatsanwaltschaft Hildesheim sind die Ermittlungen dazu noch nicht abgeschossen.

Von Achim Gückel

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