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Gesichter einer Generation in schwarz-weiß

Sehnde Gesichter einer Generation in schwarz-weiß

Gesichter sind die Lesebücher des Lebens, hat der italienische Filmemacher Federico Fellini einst gesagt. Frei nach diesem Zitat gibt es in der AWO Residenz Sehnde bald reichlich Lesestoff: Der Amateurfotograf Reiner Luck hat alle 90 Bewohner dort porträtiert und daraus eine Ausstellung gemacht.

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Der Sehnder Amateurfotograf Reiner Luck hat die Bewohner der Seniorenresidenz porträtiert.

Quelle: Reiner Luck

Sehnde. "Die AWO Residenz Sehnde zeigt Gesicht" heißt die Ausstellung folgerichtig. Ihn habe vor allem die Ruhe beeindruckt, die die Gesichter ausstrahlen, sagt Luck. Gesichter einer Generation, die noch Krieg, Flucht und Vertreibung, aber auch den wirtschaftlich-politischen Wiederaufstieg Deutschlands miterlebt hat - und so einiges erzählen kann. Bei Luck keimt deshalb schon die Idee, diese Geschichten in einem eigenen Fotobuch aufzuschreiben.

Die Idee kam Luck durch die Kalenderfotos, die im Treppenhaus der Seniorenresidenz hängen: "Da dachte ich mir, das können wir doch selbst machen." Heimleitung und Heimbeirat stimmten zu, und schon war das Projekt geboren. 1303 Bilder hat Luck angefertigt, 100 zieren nun Treppenhaus und Flure des Hauses an der Achardstraße. Alle in schwarz-weiß. "Ich habe es auch in Farbe probiert, aber da sah die Kleidung oft bonbonhaft aus", sagt der 67-Jährige. "Die schwarz-weißen Porträt sind viel würdevoller." Davon waren auch die Bewohner angetan - jedenfalls nach den ersten Testfotos. Danach sprach es sich in der Residenz schnell herum, wie schön die Porträts sind. Danach seien alle aufgelebt und hätten sich auf ihren Fototermin gefreut.

Und wie das bei älteren Herrschaften so ist, vor allem bei den Damen, ging ein Friseur mit durchs Haus, um letzte Hand anzulegen. Wohl onduliert und gescheitelt sitzen die Senioren vor der Kamera. "Viele Bewohner waren erstaunt, wie gut sie in schwarz-weiß rüberkommen und dass sie noch so gut aussehen", freut sich Luck mit ihnen. Entstanden sind die Porträts jeweils auf den Zimmern. Dieter Jäck (76) etwa, der lange Jahre einen Käsestand in der Markthalle in Hannover betrieb, spielt Mundharmonika. Hannelore Knorbien (91) ist mit ihrem Teddy Bärli zu sehen, der sie Tag und Nacht begleitet. Und Anneliese Lanzendorf (84) mit ihrem Hütchen, das sie 50 Jahre lang in ihren Urlauben in Österreich am Achensee trug.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 27. November, von 10 bis 12 Uhr in der AWO Residenz Sehnde, Achardstraße 1, eröffnet.

Taschengeld für Abzüge gespart

Mit acht Jahren hat Reiner Luck mit einer Agfa Box mit Rollfilm begonnen. Heute ist der 67-Jährige mit einer modernen SLR Nikon 810 Digitalkamera unterwegs, mit der er auch die Porträts für die Ausstellung geschossen hat. Schon als Schüler sparte er sein Taschengeld für Fotoabzüge. „Wer aus meiner Generation kennt nicht Fräulein Hartmann von Foto Meyer in der Nordstraße?“, sagt Luck.

Im Fotolabor auf dem Dachboden der ehemaligen Realschule entwickelte er dann seine ersten Schwarz-Weiß-Filme. Und von seinem ersten selbst verdienten Geld kaufte sich der begeisterte Hobbyfotograf schließlich eine echte Spiegelreflexkamera, eine Praktica Nova B aus Dresden. Zudem gehört Luck zu den Mitgründern der Fotogruppe Sehnde und ist Mitglied der Fotografischen Gesellschaft Lehrte.

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Fotostrecke Sehnde: Gesichter einer Generation in schwarz-weiß

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Von Oliver Kühn

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