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Falscher Anwalt erhält Bewährungsstrafe

Sehnde Falscher Anwalt erhält Bewährungsstrafe

Ein 52 Jahre alter Volljurist ist im Amtsgericht Lehrte zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten sowie einer Geldstrafe über 1000 Euro verurteilt worden. Er hatte den geschützten Anwalts-Titel insgesamt 56-mal missbräuchlich verwendet und eine Urkunde gefälscht.

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Mit seinem Titelmissbrauch hat sich der ehemalige Anwalt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten sowie eine Geldstrafe über 1000 Euro eingebrockt.

Quelle: Symbolbild

Sehnde. Der Vorsitzende Richter Robert Glaß sah es als erwiesen an, dass der Mann den Anwalts-Titel missbräuchlich verwendete. In den Jahren 2014 und 2014 hatte der Angeklagte in insgesamt 56 Fällen als Anwalt in Amtsgerichten gestanden - unter anderem in Lehrte, Braunschweig und Burgwedel - obwohl er dafür gar keine Zulassung hatte.

Seine Zulassung hatte der 52-Jährige bereits vor einigen Jahren verloren, nachdem man ihm einen gewerbsmäßigen Betrug bei seiner Arbeit als Anwalt nachweisen konnte. Der 52-jährige Sehnder schlitterte neben seiner beruflichen dann auch noch in eine private Krise. Nach der Trennung von seiner Ehefrau und verpflichtenden Unterhaltszahlungen für seinen Sohn habe er einen Weg gesucht, um sich überhaupt über Wasser halten zu können, erklärte er. Dabei nahm er für eine Anwaltskanzlei in Berlin Terminvertretungen vor Gerichten in ganz Deutschland wahr.

Ihm sei dabei bewusst gewesen, dass dies Unrecht gewesen sei, räumte er jetzt vor dem Lehrter Amtsgericht ein. Deshalb habe er damals auch niemals seine Anwaltsrobe getragen. Inzwischen sei ihm klar, dass sein Verhalten mit seiner Krankheit, einer Depression, zusammenhing. Er sei deswegen seit Längerem in Behandlung - mit positiver Entwicklung, wie der Anwalt des Angeklagten in seinem Plädoyer erklärte.

Richter Glaß schloss sich in seinen Ausführungen der Staatsanwältin an und ordnete vor allem die gute Entwicklung des Angeklagten nach seiner persönlichen Krise positiv ein. Der Sehnder habe sich beruflich als auch privat gefangen. Er arbeitet inzwischen als sogenannter Assessor in Berlin und übernimmt Erstberatungen bei Verkehrsstreitigkeiten. Er ist zudem weiterhin in psychotherapeutischer Behandlung.

Die Entlohnung von 150 Euro pro Termin inklusive Fahrtkosten könnten bei dem Titelmissbrauch in den 56 Fällen nicht im Vordergrund gestanden haben, meinte Richter Glaß. Man wolle dem Mann nun nicht noch Steine in den Weg legen, fügte er hinzu, und blieb deshalb beim Strafmaß unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Statt einer Geldauflage von 3000 Euro ordnete er eine Zahlung von 1000 Euro in monatlichen Raten von je 30 Euro an.

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Von Redakteur Patricia Oswald-Kipper

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