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Anmache an der Skaterbahn kostet 400 Euro

Sehnde Anmache an der Skaterbahn kostet 400 Euro

Er kann sich offenbar nicht dauerhaft unter Kontrolle halten. Seit rund 15 Jahren fällt ein 32-jähriger Sehnder immer wieder durch Straftaten auf. Jetzt hat ihn das Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 400 Euro verurteilt. Der Mann hatte in alkoholisiertem Zustand vier junge Frauen belästigt und eine davon geschlagen.

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Das Amtsgericht Lehrte verurteilt einen 32-jährigen Lehrter zu einer Geldstrafe.

Quelle: Dpa

Sehnde. Was sich in jener Nacht im Juni 2015 an der Skaterbahn genau abgespielt hat, bleibt auch nach der Verhandlung etwas verschwommen. Fest steht nach Ansicht des Gerichts aber, dass sich der 32-Jährige damals total daneben benommen hat. Der 32-Mann habe eine Aggressivität an den Tag gelegt, die sich „offenbar durch sein Leben zieht“, sagte Richter Robert Glaß. Auch angesichts der vielen Vorstrafen des Mannes – unter anderem wegen Diebstahls, Körperverletzung und Beleidigung – komme da nichts anderes infrage, als eine Verurteilung: 40 Tagessätze à 10 Euro muss der zurzeit arbeitslose berappen. Glaß nannte das eine „maßvolle aber notwendige Sanktion“.

Drei Zeuginnen hatten zuvor geschildert, was sich an der Skaterrampe zugetragen hatte. Dorthin waren die jungen Frauen, 18 bis 21 Jahre alt, nach einem Abend auf dem Sehnder Schützenfest noch mit einer Gruppe anderer junger Leute gezogen, um „einen Absacker zu trinken“. Der Angeklagte sei hinzu gekommen, habe versucht sich anzunähern. Es seien Worte wie „Schätzchen“ und „Hase“ gefallen. Als die Frauen sagten, der Mann solle verschwinden, begann dieser zu pöbeln und zu drohen. Etwa eine halbe Stunde lang sei das so gegangen, sagte eine Zeugin. Und dann gab es noch die Ohrfeige gegen eine damals 18-Jährige, die dabei aber keine ernsthafte Verletzung erlitt.

Der Angeklagte wiederum beteuerte, er habe all das nicht getan. Er schlage niemals eine Frau. Die Zeuginnen hätten die ganze Angelegenheit falsch geschildert. Der Richter glaubte den Zeuginnen, nicht aber dem 32-Jährigen. Er müsse „seinen Umgang mit Alkohol überdenken“, gab Glaß dem Verurteilten mit auf den Weg.

Einfluss auf das Urteil hatte auch das Verhalten des Sehnders, als er in der Nacht nach dem Schützenfest im Bereich des Bahnhofs von der Polizei festgenommen wurde. Am Bahnhofstunnel hatte es zuvor eine weitere Auseinandersetzung mit der 18-Jährigen gegeben. Im Gericht war von einem Griff an den Hals die Rede. Zeuginnen riefen daraufhin die Ordnungshüter.

Eine Streifenbeamtin sagte vor Gericht aus, der 32-Jährige habe sich bei der Festnahme "äußerst aggressiv" verhalten. Der Mann habe sich nicht beruhigen lassen, alkoholbedingte Ausfallerscheinungen gezeigt, plötzlich das Hemd ausgezogen und sich auf die Brust getrommelt wie ein Gorilla. Auch später, bei der Vernehmung, sei der Mann durch "Aufsässigkeit, Respektlosigkeit und unterschwellige Aggressivität" aufgefallen, sagte ein anderer Polizist.

Der Sehnder sieht auch dieses alles ganz anders. Er habe sich nur deshalb sperrig verhalten, weil er sich von den Polizisten ungerecht behandelt gefühlt habe. Im Übrigen hätten ihm die Striemen von den Handschellen noch tagelang Schmerzen verursacht.

Von Achim Gückel

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