Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 4 ° wolkig

Navigation:
An der Scheune leben kleine Mäusejäger

Klein Lobke An der Scheune leben kleine Mäusejäger

Niemand wird gern aus dem Schlaf gerissen - auch Schleiereulen nicht. Die Mitarbeiter des Naturschutzbundes (Nabu) aus Hannover können allerdings keine Rücksicht auf die Tageszeit nehmen, als sie nach Klein Lobke kommen, um den Nachwuchs der Vögel zu beringen.

Voriger Artikel
Robust, elegant, bunt: Brillen für Eritrea
Nächster Artikel
Hohes Lob für den Motor des Dorfpfads

Landwirt Bernd Dröse (links) und Nabu-Mitarbeiter Jürgen Schumann beringen ein Tier.

Quelle: Michael Schütz

Sehnde. Auf dem Hof Dröse an der Lobker Straße gibt es schon seit den Siebzigerjahren einen Nistkasten - und in diesem Jahr fanden dort nach längerer Pause endlich wieder Schleiereulen ihre Heimat.

„Dies ist bereits die zweite Brut in diesem Jahr“, erklärt Jürgen Schumann, der eine Fanggenehmigung hat. Die ist notwendig, um das Nest überhaupt anrühren zu dürfen. „Und ohne diese Lizenz bekommt man auch keine Ringe von der Vogelwarte“, sagt er.

Vier junge Schleiereulen finden die Nabu-Experten im Brutkasten hoch oben unter dem Dach der Klein Lobker Scheune. Anfangs waren es sechs, erklären Schumann und seine zwei Mitstreiter Wilfried Brauns und Manfred Wichmann. Was mit den anderen beiden Vögeln geschehen ist, sei nicht klar, meint Brauns. Es könne aber sein, dass die schwächsten Tiere gestorben sind und von den Geschwistern gefressen wurden, mutmaßen die drei Ehrenamtlichen.

Schleiereulen sind sehr nützliche Tiere, findet auch Hausherr Bernd Dröse. Denn die Vögel ernähren sich fast ausschließlich von Mäusen. „Jedes Jungtier packt sich pro Nacht fünf Mäuse“, erklärt Schumann. Dadurch werde die Mäusepopulation auf dem Hof beträchtlich dezimiert, freut sich der Landwirt. Der Umstand, dass die Alttiere nach der ersten Brut im Frühsommer noch einmal Nachwuchs bekommen hätten, zeige aber, dass es in Klein Lobke reichlich Mäuse gebe. „Sonst gäbe es keine Jungen“, sagt Schumann.

Die Ringe, die die Jungtiere nun tragen, sind in Wilhelmshaven registriert und helfen, den Weg und den Radius der Tiere zu bestimmen. Zwar seien Schleiereulen nicht im Bestand gefährdet, verdeutlicht Brauns. Aber die Population sei in den vergangenen Jahren wegen der zunehmenden Versiegelung von Flächen und der zurückgehenden Zahl der Mäuse geschrumpft.

„Aber 2015 ist ein gutes Jahr“, hat Schumann beobachtet. Nicht nur in Klein Lobke sei bei den Schleiereulen viel Nachwuchs gekommen. Der Experte hofft nun, dass die vielen Jungtiere dem Bestand der Art helfen können.

Von Michael Schütz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Von Redakteur Kristian Teetz

Sehnde
doc6so9i8dwhrm1kxjcx11q
Einbrecher wüten im Bonhoefferhaus

Fotostrecke Sehnde: Einbrecher wüten im Bonhoefferhaus