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Bergwerk: Flutung wird Landtag beschäftigen

Sehnde Bergwerk: Flutung wird Landtag beschäftigen

Die Anlieferung von Salzwasser mit Lastwagen zur Flutung des stillgelegten Kalibergwerks Bergmannssegen-Hugo bei Ilten stößt im Sehnder Rat auf deutliche Kritik. Die stellvertretende Ratsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Silke Lesemann (SPD) will nun eine Anfrage im Landtag stellen.

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Das stillgelegte Kaliwerk Bergmannssegen-Hugo in Ilten wird noch bis 2020 geflutet.

Quelle: Reiner Luck

Sehnde/Ilten. Die Ratsmitglieder haben erst am Donnerstagabend von Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke über die neue Entwicklung erfahren - am Freitagmorgen fuhren bereits die ersten Tankwagen. Das Unternehmen K+S Kali GmbH will zunächst täglich rund 1,5 Millionen Liter Salzwasser aus den Werken Werra und Braunschweig-Lüneburg heranschaffen. Dazu sind 70 Fahrzeuge am Tag nötig, die von der A 7 über die B 65 durch Ilten und Köthenwald und über die Straße Schnedebruch zum Kaliwerk rollen. Erst ab Frühjahr sollen Kesselwagen der Bahn weitgehend den Transport übernehmen. Das Niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie hatte dafür die Genehmigung erteilt.

Wolfgang Toboldt (SPD), der auch umweltpolitischer Sprecher seiner Regionsfraktion ist, kritisierte das Landesamt deutlich dafür, dass es im Vorfeld keine Informationen gegeben habe. "Ich kann die Entscheidung nicht nachvollziehen, da erwarte ich mehr Transparenz", sagte er. Das Bergamt sei vor 150 Jahren gegründet worden. "Und da sitzen wahrscheinlich noch immer die gleichen Beamten", sagt Toboldt verärgert. Der städtische Fachdienstleiter Godehard Kraft erklärte dem Rat jedoch, dass es sich bei der Anordnung des Bergamts um eine "bergbaurechtliche Maßnahme" handele, bei der die Öffentlichkeit nicht beteiligt werde.

Auch Ratsherr Günter Pöser (Bündnis 90/Die Grünen) bemängelte die Entscheidung: "Warum hat man nicht gewartet, bis die Bahn fährt?" Hintergrund für die Transporte ist, dass der Fluss Werra (Hessen) seit Monaten zu wenig Wasser führt und K+S im dortigen Werk deshalb nicht genügend Salzwasser einleiten darf - der Überschuss geht nach Sehnde.

In ihrem Unmut sprachen einige Ratsmitglieder in der Sitzung offen Silke Lesemann (SPD) an - denn die Bolzumerin sitzt auch im Landtag. "Das Bergamt und seine Entscheidungen sind Sache der Landesregierung", sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus Hoffmann: "Da hat die SPD ja bessere Einflussmöglichkeiten." Lesemann entzog sich der Aufforderung nicht und kündigte spontan an, eine entsprechende Anfrage im Landtag zu stellen.

Von Oliver Kühn

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