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Häusliche Gewalt: Dunkelziffer ist sehr hoch

Sehnde Häusliche Gewalt: Dunkelziffer ist sehr hoch

Jede vierte Frau erfährt in ihrem Leben mindestens einmal Gewalt durch ihren (Ex-)Partner. Darauf hat der Arbeitskreis gegen häusliche Gewalt des Präventionsrates der Stadt Sehnde am Freitag mit einer Aktion auf dem Marktplatz aufmerksam gemacht. Die Polizei legte dabei alarmierende Zahlen vor.

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Mit Bechern aus dem Wasserbecken: Kriminalkommissarin Susanne Horn von der Polizeistation Sehnde (von links), Sehndes Gleicgstellungsbeauftragte Sarah Peters und Brigitte Mende von der AWO-Frauenberatung Lehrte schöpfen symbolisch Hoffnung.

Quelle: Katja Eggers

Sehnde. In Sehnde hat es im vergangenen Jahr 36 Anzeigen gegen häusliche Gewalt gegeben. 2014 waren es noch 29 und im Jahr davor 22. Für Lehrte listete Kriminalkommissarin Susanne Horn von der Polizeistation Sehnde für 2015 insgesamt 121 Anzeigen auf. 2014 waren 111 Fälle zur Anzeige gekommen. "Die Dunkelziffer ist aber viel höher. Sie liegt zwischen 96 und 98 Prozent", betonte Horn.

Immerhin würden sich aber immer mehr betroffene Frauen trauen, Gewalttaten in ihrem häuslichen Umfeld anzuzeigen. "Aufklärungskampagnen machen Mut, sich an Beratungsstellen, Gleichstellungsbeauftragte oder die Polizei zu wenden", sagte Horn.

"Häusliche Gewalt ist in Deutschland immer noch trauriger Alltag ", betonte auch Brigitte Mende, Leiterin der AWO-Frauenberatung in Lehrte. In ihrer Beratungsstelle habe sie in diesem Jahr deutlich mehr Frauen zu diesem Thema beraten als im Vorjahr. Wegen der Kinder oder finanzieller Abhängigkeit hätten viele Betroffenen aber oft große Angst, sich von ihrem gewalttätigen Partner zu trennen, erklärte Sehndes Gleichstellungsbeauftragte Sarah Peters.

Am Freitag, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, rückten die drei Frauen das Thema mit einer Aktion in den Fokus: Sie luden Passanten dazu ein, symbolisch Hoffnung schöpfen und auf dem Sehnder Marktplatz Wasser aus einem Becken abzuschöpfen und in Becher zu füllen.

Von Katja Eggers

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