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Einblicke in das Leben des Kirchenreformators

Sehnde Einblicke in das Leben des Kirchenreformators

500 Jahre Reformation: Dieses Jubiläum nutzen die evangelischen Kirchengemeinden in diesen Monaten zu vielen besonderen Aktionen. Bei der Bibelgemeinde in Sehnde gab es am Mittwochabend dazu eine Lesung. Gunther Werner stellte sein Sachbuch "Allein aus Gnade" über den Reformator Martin Luther vor.

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Dass er gerne vorliest, war bei der Autorenlesung von Gunther Werner in den Räumen der Sehnder Bibelgemeinde zu spüren. Dort stellte er sein Buch über Martin Luther mit dem Titel "Allein aus Gnade" vor.

Quelle: susanne Hanke

Sehnde. Er lese unheimlich gerne vor, verriet Gunther Werner seinem Publikum im Gemeindezentrum an der Achardstraße. Aber er wolle auch Geschmack zum Selberlesen in seinem Luther-Buch machen, sagte er. Dazu spickte er seinen Vortrag mit Illustrationen aus dem Umfeld und der Zeit Martin Luthers und machte damit die Stimmung und das Kirchenleben vor 500 Jahren lebendig.

Werner spürte insbesondere der Frage nach, wo sich das Leben Luthers abgespielt hat. Er gab einen Einblick in die Kindheit und Jugend des Reformators und bot einen kultur-historischen Exkurs in die Welt des Mittelalters. Der Bauernsohn aus Eisleben lebte in einer Zeit, in der die Menschen durch Kriege, Hungersnöte und Seuchen bedroht waren. Die Lebenserwartung war gering und die Menschen fürchteten, das ein plötzlicher Tod sie der Möglichkeit beraube, ihre Sünden nicht mehr beichten zu können. Die Heiligenverehrung blühte seinerzeit ebenso wie es einen Boom für Andachtsbilder gab, erläuterte Werner. Der Handel mit Pilgerzeichen sei ein regelrechter Wirtschaftszweig gewesen. Allein im Jahr 1517 seien 50.000 Stück an Wallfahrer verkauft worden, sagte Werner.

Die akribische Recherche des Autors bot einen spannenden Hintergrund für das Wirken Luthers. Es folgte ein Exkurs in die Gedankenwelt des Reformators, die seine fundamentale Kritik am klerikalen Stand nachvollziehbarmachte. Immer wieder streute Werner Beispiele ein, um zu verdeutlichen wie es in Luthers Zeiten zuging. Als Professor habe er zum Beispiel schon um sechs Uhr morgens seine Vorlesungen gehalten. Das sei für heutige Studenten unvorstellbar, schmunzelte er.

Auch dass Luther in nur elf Wochen das Neue Testament übersetzt hat, machte Werner den Gästen bei der Bibelgemeinde deutlich. Und schon nach drei Wochen solle diese sogenannte „Septemberbibel“ mit einer Auflage von 3000 Stück vergriffen gewesen sein. Als Ausstellungsstück war diese Bibel bei dem Luther-Abend aber real in die Hand zu nehmen.

Kurzfazit: Ein lehrreicher Abend mit verblüffenden Erkenntnisse über den Kirchenreformator.

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Von susanne Hanke

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